Inge Bateman: UX Writing, Content und Konzeption

Ein Smartphone, das mit zwei Händen gehalten wird und auf dem das Logo von Figma zu sehen ist – ein Tool, das UX Writer täglich nutzen.

8 Tools, die ich als UX Writer täglich nutze

Tech-Texte und ‑Bücher redi­gieren, Inhalte für Websites schreiben, Claims entwi­ckeln, texten, bloggen und auch über­setzen – das durfte ich alles schon machen. Der eine gemein­same Nenner liegt auf der Hand: das Schreiben. Der Andere weniger: Die Tech­no­logie steht nicht im Vorder­grund. Gele­gent­lich gibt’s mal ein ausge­fal­lenes Content Manage­ment System oder ein Loka­li­sie­rungs­tool wie Smart­ling oder Loka­lise. Aber in der Regel reichen Micro­soft Word oder Google Docs, um den Job zu erledigen.

Als UX Writer ist das eine andere Geschichte.

Beim UX Writing dreht sich alles um das Schreiben für digi­tale Schnitt­stellen. Das kann ein Produkt für ein Tech-Unter­nehmen sein, wie eine App, SaaS oder eine andere Soft­ware. Und es kann auch die Website eines Solo-Selbst­stän­digen oder größeren Unter­neh­mens sein. Bei der Arbeit und Kolla­bo­ra­tion kommen jede Menge Tech-Tools zum Einsatz. 

In diesem Beitrag gebe ich dir einen Einblick in meinen Mac und die Programme, die ich als UX Writer immer offen habe.

1. Wireframes: Figma

UX Writing wird in Figma gemacht, das Nummer 1 Tool in Sachen UI Design. Es ist cloud­ba­siert und platt­form­un­ab­hängig, sprich: mit Mac, Windows und Linux nutzbar. Wer das lieber mag, kann auch die Desktop-App nutzen. 

Figma ist das Google Docs für kolla­bo­ra­tives krea­tives Arbeiten.

Logo: Figma

Man kann in Echt­zeit zusam­men­ar­beiten, also synchron mit mehreren gleich­zeitig an einer Datei arbeiten. Das macht es zu einem idealen Werk­zeug für Unter­nehmen jeder Größe: Start-ups, mittel­stän­di­sche und große Unternehmen. 

Desi­gner entwi­ckeln in Figma die Proto­typen, die später zu den eigent­li­chen Seiten einer App oder Website werden, einschließ­lich Buttons, Farben, Bildern und, ja, auch Text. Im Ideal­fall arbeite ich als UX Writer von Anfang im Tandem mit dem Design-Team.

Als UX Writer arbeite ich direkt in den Wire­frames, um Micro­copy zu schreiben, Texte anzu­passen und zu sehen, dass alles im Kontext passt und über die User Journey stimmig ist. Das ist der große Unter­schied zur Arbeit in einem Word- oder Google-Doku­ment, wo es kein Design gibt. 

Wie kam es zu dem Namen „Figma“? Die Gründer träumten davon, eine Art Google Docs für UI Design zu entwi­ckeln, hielten es aber anfangs für eine Spin­nerei – auf Englisch „figment“.

Die Hürde zum Loslegen ist niedrig, es gibt eine kosten­lose Version. Figma hat das Desi­gnen grund­le­gend verän­dert, und das UX Writing auch.

2. Google Docs und Tabellen

Logo: Google Workspace

Eine klare Schreib­stimme schafft Wieder­erken­nungs­wert und stärkt die Marke. Die einheit­liche Verwen­dung von Wörtern und Schreib­weisen ebenso. Um einen guten Über­blick zu haben, wird das Ganze im Style­guide und Glossar dokumentiert. 

Der Style­guide „lebt“ in einem Google Doc, das Glossar in einer Google Tabelle. Auch sie sind cloud­ba­siert, platt­form­un­ab­hängig und ermög­li­chen die Zusam­men­ar­beit in Echt­zeit. Das macht sie Zusam­men­ar­beit über Teams hinweg – insbe­son­dere Marke­ting – sehr, sehr einfach. 

3. Videokonferenzen: Zoom und Google Hangouts

Icon: Teamwork

Auch als Selbst­stän­dige ist UX Writing natür­lich ein Team­sport. Ich muss in regel­mä­ßigem Kontakt mit dem Produkt-Team des Kunden stehen. Manchmal auch darüber hinaus, z. B. dem Marke­ting-Team, dem Loka­li­sie­rungs­team oder die Rechts­ab­tei­lung. Sei es, um mir einen Über­blick über die Schreib­stimme und die Tona­lität des Produkts zu verschaffen, durch einen Flow geführt zu werden oder bei inter­na­tional tätigen Unter­nehmen, die recht­li­chen Fein­heiten für das deut­sche Produkt zu besprechen.

Beson­ders hilf­reich ist es, die Anrufe aufzeichnen zu können, vor allem um noch einmal zurück­gehen zu können und Details zu klären.

4. Jira

Logo: Jira

Mit Jira lassen sich Projekte effi­zient in einzelne Aufgaben aufteilen und so sortieren, dass das gesamte Team im Blick hat, was bereits erle­digt ist, was derzeit ansteht und was in der Pipe­line (Backlog) ist.

Auch als UX Writer ist das hilf­reich. Über die Tickets sehe ich, welche weiteren Ressourcen es gibt und finde die Links zum rich­tigen Design. Im Zwei­fels­fall kann ich im Ticket auch sehen, wer Ansprech­partner für bestimmte Details ist und auch selbst wich­tige Infor­ma­tionen hinter­legen. So ist alles Wich­tige an einer Stelle. Es macht Projekt­ma­nage­ment und die Zusam­men­ar­beit leicht. 

Ticket für Ticket im Board nach rechts in Rich­tung „erle­digt“ zu verschieben, das ist auch einfach moti­vie­rend, macht Laune.

5. Loom

Das A und O beim UX Writing ist immer der Kontext. Oft reicht eine schrift­liche Beschrei­bung dessen, was benö­tigt wird, einfach nicht aus oder wird schnell kompli­ziert. Deshalb liebe ich Loom. Damit kann ich meinen Bild­schirm teilen und zusammen mit Webcam und Mikrofon aufzeichnen, wobei das Bild von mir klein in der Ecke ist. Das macht’s persön­lich und die Botschaft hat einen visu­ellen Kontext.

Das geht in beide Rich­tungen: Ich und der Kunde können schnell und unkom­pli­ziert was zeigen, erklären, Ideen austau­schen oder auch Feed­back geben.

6. Google Slides

Google Slides ist es in manchen Situa­tionen die einfachste Art, eine neue Version vorzu­schlagen. Sie können zwar durchaus Designs in der von Ihrem Team ausge­wählten Design-App dupli­zieren und den vorge­schla­genen Text hinzu­fügen, aber die beste Möglich­keit, Unord­nung zu vermeiden, besteht darin, einen Screen­shot der vorge­schla­genen Ände­rung zu machen und sie im „Vorher-Nachher“ ‑Stil in Google Slides einzu­fügen. ✂️

Als UX Writer gehört das Teilen von Vorschlägen à la „Original und Ände­rung“ zum Tages­ge­schäft (siehe Bild unten). In Figma kann man natür­lich dupli­zieren und auch kommen­tieren, aber je nach Situa­tion und Stake­holder ist es manchmal am einfachsten den klas­si­schen Weg zu gehen: Screen­shot des Designs machen, in eine Folie einfügen (links) und rechts daneben den vorge­schla­genen Text zu schreiben. Am besten markiert, wie hier mit dem ✅.

Der große Vorteil ist die Klar­heit, und damit punktet der „Vorher-Nachher“-Stil in Google Slides ✂️.

Zwei UI Elemente mit Text nebeneinander. Links mit dem jetzigen Text, rechts mit einem Verbesserungsvorschlag

7. Slack

Logo: Slack

Die Produkt­ent­wick­lung ist ein Team­sport und entspre­chend gibt es viel Austausch unter Produkt Mana­gern, Entwick­lern, Rese­ar­chern, Desi­gnern und UX Writern.

Ob Diskus­sionen im Team, 1:1‑Austausch, Fragen klären, Screen­shots oder andere Doku­mente teilen: mit Slack hat man die gesamte Kommu­ni­ka­tion und alle Ressourcen über­sicht­lich an einem Platz.

In Kanälen wie „#UXwri­ting-ressourcen“ werden Style­guide, Glossar und Links zu inter­es­santen Fach­ar­ti­keln verlinkt und in „#UXwri­ting-beispiele“ kommen Screen­shots von guten und schlechten UX Writing Beispielen, über die Team-Mitglieder stolpern. 

8. Synonym-Wörterbuch: Woxikon

Ich vermute mal, dass jeder, der schreibt, diese App benutzt. Synonyme en masse, mit vielen Nuancen. 

Beim UX Writing sind es oft diese 3 Situa­tionen, die zur Suche nach ähnli­chen Worten führen. Die aktu­elle Wortwahl:

  1. ist für das Szenario nicht klar genug.
  2. wird bereits in einem anderen Kontext verwendet. 
  3. das Design erfor­dert es – was im besten Fall nicht vorkommt, weil UX Writer schon früh mit im Boot sind.

Der Schreibtisch und die To-dos

Das Skiz­zieren ist oft der erste Schritt beim UX Writing, Stifte in vielen Farben und Papier liegen immer griff­be­reit. Ein leeres Blatt ist ein guter Platz, um Ideen – unzen­siert, unge­ordnet und unor­dent­lich – erst einmal für mich festzuhalten.

Weiter Tools, die ich auf dem Schirm habe, die aber noch nicht Teil meines Work­flows sind: 

  • Miro für schnelles Wireframing.
  • Writer, um den Prozess der Style­guide-Erstel­lung zu opti­mieren. Das Tool, lässt sich auf Figma, Google Slides und Docs, usw. anwenden.
  • User­Testing, um Feed­back zu bekommen, Nutzer besser zu verstehen und so bessere Produkte zu entwickeln.

Fazit

Ob Wire­frames oder Proto­typen: Um UX Writing im Web-/App-Produk­ti­ons­pro­zess zu hand­haben, sind jede Menge Tech-Tools unentbehrlich.

Nutzt du weitere Apps für UX Writing? Lass es mich gerne in den Kommen­taren wissen.

Benö­tigst du Unter­stüt­zung beim UX Writing? Schreibe mir gerne eine Nachricht.

Hashtag Team UX

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