Ich möchte nie wieder ein Anmeldeformular per Hand ausfüllen. Schlicht und einfach. Ein Passwortmanager ist für mich ein unentbehrliches Online-Tool.
Ob im Online-Shop was kaufen, fürs Online-Banking oder Social Media: Wer im Internet unterwegs ist, kommt ohne Benutzernamen und Passwörter für seine Accounts nicht aus.
In der Flut der Online-Dienste, die wir im Alltag nutzen, ist die Verlockung groß, es sich bei der Wahl eines neuen Passworts einfach zu machen. Kürzlich habe ich von einem Kunden Passwörter bekommen, um die Website zu bearbeiten und mit dem Host und der Datenbank arbeiten zu können. Ich war baff, dass sie recht einfach war und entsprechend leicht zu erraten. Zudem wird gerne das gleiche Passwort für alle Logins benutzt.
Das hat mich dazu veranlasst, meine eigenen Passwörter unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da: von den etwa 100 Passwörtern waren knapp 25 % identisch. Ups. Das waren alles Online-Konten, die ich vor vielen Jahren angelegt habe, ohne groß über das Thema IT-Sicherheit nachzudenken. Nun habe ich Tabula rasa gemacht und bei der Änderung darauf geachtet, dass jedes neu angelegte Passwort:
- nur 1x benutzt wird
- lang ist (mindestens 20 Zeichen)
- komplex ist, im SInne von alle 4 Zeichenarten verwendet: Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen
Starke Passwörter sind effiziente Sicherheitsschranken. Allerdings lassen sich kryptische Sequenzen nur schwer merken. Du willst das Beste aus zwei Welten haben – sichere Passwörter und dich dennoch blitzschnell einloggen können? Dann brauchst du einen Passwortmanager.
Was ist ein Passwortmanager?
Passwortmanager sind Online-Tools, mit denen Passwörter erstellt, gespeichert und organisiert werden. Das kann eine App auf dem Rechner oder Smartphone sein oder eine cloudbasierte Erweiterung im Browser. Oder alles zusammen, synchronisiert.
Du erstellst mit dem Tool für jeden Online-Dienst, den du nutzt, einen Eintrag. Gespeichert wird dabei standardmäßig:
- der Link zur Login-Seite
- der Benutzernamen
- das Passwort
Du kannst aber auch Notizen darin speichern, Zugangsdaten sicher mit anderen teilen und – das Sahnehäubchen – neue, komplexe Passwörter mit einem einzigen Klick erstellen. Du kannst die Passwörter da auch organisieren, indem du Ordner anlegst, um Einträge thematisch zu sortieren.
Wie funktioniert ein Passwortmanager?
Passwortmanager speichern Zugangsdaten in Datenbanken. Diese Datenbanken sind mit gängiger Technik verschlüsselt. Das bedeutet, dass sie selbst dann, wenn sie Cyberkriminellen in die Hände fallen, nur sehr schwer ohne das sogenannte Masterpasswort geknackt werden können.
Stell dir einen muskelbepackten Bodyguard vor, der all deine Passwörter entgegennimmt und in einen Tresor legt. Egal wie lang und komplex sie sind – er packt sie sicher weg, damit du sie nicht im Kopf behalten musst.
Verschlossen wird das Ganze mit einem Masterpasswort, das nur du kennst. Das ist das einzige Passwort, das du dir merken musst. Im besten Fall schreibst du ihn noch nicht einmal auf, das erhöht die Sicherheit weiter. Und dieser Bodyguard rückt alle Login-Daten nur dann raus, wenn du den vorher vereinbarten Code – aka Masterpasswort – nennen kannst.
Wenn du dich nun in einen deiner Accounts einloggen willst, gibst du dein Masterpasswort ein. Daraufhin öffnet der Passwortmanager den Tresor und du kannst mit einem Klick das Konto aufrufen, in das du dich einloggen willst.
Der Vorteil eines Passwortmanagers liegt auf der Hand: Anstatt sich viele verschiedene Passwörter zu merken, muss man sich nur das eine starke Masterpasswort merken – der Schlüssel zum Tresor.
Oft erschreckend schwache Passwörter
Nutzt du Passwörter à la „z#GqX^5&My*TvDjw%2Q“ oder doch eher was Einfaches wie „123456789“? Mit jedem neuen Account bei einem Online-Dienst kommt für dich als Nutzer ein neues Passwort hinzu, das du dir merken musst. Und jedes Mal musst du entscheiden, wie das Passwort lauten soll.
Das verleitet dazu, einfache Passwörter zu nutzen und das gleiche Passwort für mehrere Accounts zu verwenden. Ein Großteil der Internetnutzer verwendet selbst für wichtige Dienste noch immer viel zu simple Kennwörter und dieselben Passwörter für mehrere Konten.
Das ist erstaunlich. Niemand käme auf die Idee, nur einen Schlüssel für Haustür, Auto und Fahrradschloss zu verwenden. Und schon gar nicht den eigenen Haustürschlüssel wahllos mit Fremden zu teilen.
“123456789” ist leicht zu erraten und daher eine schlechte Wahl für ein Passwort. Und doch war genau diese simple Zahlenreihe laut Hasso-Plattner-Institut das beliebteste Passwort Deutschlands im Jahr 2023. Um das herauszufinden, haben sie Datenleaks analysiert. Unter den Top 20 sind laut Wiki weitere, die kaum besser sind. Hier ein Auszug …
Beliebte Passwörter in Deutschland
| 123456789 | keineahnung | Name der Organisation |
| 654321 | passwort1 | 3xp3rt444 |
| hallo | 1234567890 | 0000 |
| abc123 | iloveyou | pass1 |
| 1234567 | gwertz123 | 111111 |
Die Vorsicht im „analogen Leben“ scheint im „digitalen Leben“ nicht angekommen zu sein. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Solche einfachen Passwörter öffnen Cyberkriminellen Tür und Tor, um an persönlichen Zugangsdaten zu kommen. Wenn sie Daten erbeuten, versuchen sie oft, sich damit auch bei anderen gängigen Diensten einzuloggen.
Wie erstellst du ein sicheres Passwort?
Einmaligkeit, Länge und Komplexität sind drei entscheidende Merkmale eines starken Passworts:
- Einmaligkeit
Egal ob du 10 oder 100 Online-Konten hast, jedes Benutzerkonto sollte ein unterschiedliches Passwort haben. Sonst kann schnell aus 1x gehackt, alle gehackt werden. - Länge (> 20 Zeichen)
Mit jedem Zeichen potenziert sich die Schutzwirkung gegen Brute-Force-Attacken. - Komplexität
Alle 4 Zeichenarten verwenden: Großschreibung, Kleinschreibung, Ziffern und Sonderzeichen.
Bei Sicherheitsvorfällen und bei Passwörtern, die die obigen Regeln nicht erfüllen, sollte das Passwort umgehend neu erstellt werden. Zwei-Faktor-Authentifizierung sollte nach Möglichkeit aktiviert werden.
Hier sind zusammenfassend alle Tipps für die Erstellung eines sicheren Passworts:
| ✅ Für jeden Account ein individuelles Passwort | ❌ Dasselbe Passwort bei mehr als einem Account |
| ✅ Mindestens 20 Zeichen lang | |
| ✅ Komplexe Muster wie „z#GqX^5&My*TvDjw%2Qp“ | ❌ Einfache Muster wie „123456“, „qwertz“ oder „abcd1234“ |
| ✅ Alle Zeichenarten verwenden: 1. Großbuchstaben 2. Kleinbuchstaben 3. Ziffern 4. Sonderzeichen | |
| ❌ Das Ersetzen von Buchstaben durch ähnlich aussehende Sonderzeichen wie in „P@55w0rt“ (Fachjargon „Leetspeak“) | |
| ❌ Ziffern oder Sonderzeichen am Anfang oder Ende eines sonst einfachen Passworts wie „#%*&HerrSchmidt“ |
Komplexe Passwörter sind effiziente Sicherheitsschranken. Wer kurze und vorhersehbare Passwörter nutzt, macht sich anfälliger für Hackerangriffe und Cyberkriminalität.
Warum brauchst du einen Passwortmanager?
Cybersicherheit ist kein Schlagwort mehr, sondern eine Notwendigkeit in unserer digitalisierten Welt. Einen Passwortmanager zu verwenden, ist ein einfacher Schritt zu mehr IT-Sicherheit. Du kannst dich damit aktiv schützen.
Auch wenn Passwörter nerven, es gibt (noch?) keine gute Alternative. Angesichts der wachsenden Anzahl von Online-Konten, die wir verwalten müssen, ist eine Sicherheitsstrategie für die eigene Datenverwaltung unverzichtbar. Genau das ist ein Passwordmanager. Der Vorteil liegt darin, dass du dir als Nutzer nur einen Passwort merken musst, um dich überall einloggen zu können – nämlich das Masterpasswort. Mit starken Passwörtern reduzierst dein Risiko im Netz und den Aufwand mit Zugangsdaten.
Fürs Einrichten sollte man sich Zeit nehmen, um alle Konten zu checken und ggf. schwache Passwörter auszutauschen gegen starke. Wenn alles erstmal steht, ist ein so ein Tool ausgesprochen praktisch und zeisparend. Das Tool unterstützt dich zudem dabei, konsequent lange und komplexe Passwörter zu verwenden. Denn das geht mit einem einzige Klick. Solche sind schwerer zu knacken als kurze Passwörter und das Merken der kryptische Sequenzen übernimmt das Tool.
Vorteile für dich im Alltag
- Es macht dein Leben einfacher, weil du nicht mehr jedes Mal nachdenken musst, welches Passwort du für welchen Account benutzt hast. Zudem kannst du dich mit nur einem Klick in deine Accounts einloggen.
- Mit einem Passwortmanager kannst du mit einem Klick neue Passwörter erstellen und speichern, sodass du ohne Trara lange und starke Passwörter nutzen kannst.
- Komplexe Passwörter sind schwieriger zu erraten. Sie geben dir mehr Sicherheit vor ungebetenen Gästen in deinen Accounts, denn sie machen es Cyber-Banditen schwerer, deine Accounts zu knacken.
Sensibilisierung für IT-Sicherheit steigt
In Google Trends ist zu sehen, dass das Suchvolumen für den Begriff „Passwortmanager“ seit Mitte 2022 in Deutschland kontinuierlich steigt. Lange Zeit kümmerten sich nur wenige Menschen um ihre eigene IT-Sicherheit. So wie es aussieht, gibt’s mittlerweile eine zunehmende Sensibilisierung für das Thema.

Wo bekommst du einen Passwortmanager her?
Es gibt verschiedene Passwortmanager, die du einsetzen kannst. Manche sind sogar Open-Source-Software (OSS), das auf GitHub gehostet ist. Einige sind kostenlos, andere nicht. Manche Anbieter haben beide Varianten im Angebot, wobei die Bezahlversion zusätzliche Funktionen hat.
Schau dich einfach mal um und nimm in Sachen verantwortungsvoller Umgang mit deinen Daten die Zügel in die Hand. Einige bekannte Passwortmanager sind:
- LastPass
- 1Password
- KeePass (OSS)
- Bitwarden (OSS)
Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl ist, von welchen Geräten du auf den Passwortmanager zugreifen willst. Das solltest du bei deiner Recherche berücksichtigen.
Die Handhabung
Die goldene Regel ist: Das Masterpasswort sollte geheim bleiben. Am besten merken und nicht irgendwo notieren. Das ist wie der Schlüssel zu deinem Tresor, also gib ihn nicht an andere weiter, bzw. nur ganz gezielt an einer Person deines Vertrauens.
Außerdem ist die Vorbereitung auf Notfallsituationen wichtig. Das bedeutet, dass du regelmäßig eine Sicherungskopie machen solltest, damit deine Daten nicht verloren gehen, falls etwas schiefgeht. Die sicherste Variante ist hier wiederum ein Ausdruck auf Papier, den du sicher wegschließt.
Und vergiss nicht, deine Software mit verfügbaren Updates auf dem neuesten Stand zu halten. Auch das hilft dabei, Hackern einen Riegel vorzuschieben.
Fazit: Warum ein Passwortmanager eine gute Idee ist
Ein Passwortmanager ist eine großartige Sache, um deine Online-Sicherheit zu verbessern und dein Leben einfacher zu machen.
Er hilft dir, starke Passwörter zu verwenden und sie sicher zu speichern, damit du dir keine Sorgen mehr machen musst, dass deine Accounts gehackt werden. Zudem sparst du Zeit und Nerven, weil du dir nicht mehr alle deine Passwörter merken musst.







