Im Mai gings los, die Zeit ist wie im Fluge vergangen und nun ist die Blogparade auch schon wieder vorbei. Das Thema war: Was schreibst du, und warum?
Für mich war es Premiere als Gastgeberin, und ich war neugierig, aber vor allem kribbelte es mir mächtig im Bauch, so aufgeregt war ich. Ich fragte mich, ob eine Handvoll Menschen mitmachen würde. Das war mein persönlich gestecktes Ziel. Und ich fragte mich, ob und wie tief Mitmacher ins Warum einsteigen würden, wie viel persönlichen Einblick sie geben würden, oder auch nicht. Denn das „Warum?“ ist eine Frage, die mich beschäftigt. Mich immer wieder mal schreibend dem Thema anzunähern, geht in die Tiefe und es zeigen sich dabei auf einmal ganz neue Facetten.
Ich fing also an, mit Posts auf LinkedIn dafür zu werben, schrieb ein paar Kontakte an und auch ein paar Menschen, von denen ich wusste: Sie bloggen und haben Fachgebiete, bei denen ich Bauklötze staune. Das Werben – es klingt so einfach. De facto war es so, dass mir insbesondere die Postings jedes Mal aufs Neue eine ordentliche Ladung Adrenalin durchs System jagten und ich mich immer wieder überwinden musste, den Button „Veröffentlichen“ auch wirklich zu klicken. Den Austausch in den Kommentaren schrieb ich hingegen mit Gusto.
Offensichtlich bewegt die Frage auch andere. Denn was dann passierte, haut mich um. Ich ringe noch mit den Worten, auch dieser Blogbeitrag entfaltet sich Satz für Satz im Zeitlupentempo.
Blogparade im Frühsommer 2025
Mehr als 30 Menschen haben sich in den vergangenen 6 Wochen schreibend der Frage genähert – mit reflektierten Beiträgen und mutigem Teilen von ehrlichen Geschichten, gespickt mit Witz und Charme.
Sie erzählen von Schwerpunkten im Berufsalltag, von Anekdoten, aber auch von Geschehnissen in jungen Jahren. Vom Schreiben als Ausdruck von Kreativem oder als Mittel zur Klärung. Sie erzählen von Highlights, aber auch von Krisen und Knoten im Leben. Manche wussten früh, dass sie beruflich schreiben wollen, andere stehen eher am Anfang. Erstaunlich, wer mal alles dachte, nicht schreiben zu können und heute sein Geld damit verdient. Jede Geschichte ist eine andere.
Ich danke allen von Herzen, die bei der Blogparade mitgemacht und ihre wundervollen und teils sehr persönlichen Einblicke geteilt haben. Es sind besondere Artikel herausgekommen, mit Tiefe und Reflexion, was mich besonders freut. Ihr seid so toll!
Notiz vom 25.06.25: Zum Ende der Blogparade am 22. Juni 2025 waren es genau 30 Beiträge. Zwei Tage später kamen unerwartet zwei hinzu.
Wenn du mitgemacht hast, noch kein Bild von deinem Beitrag dabei ist und du das gerne möchtest (und dazu die Bildrechte für Nutzung deines Headerbilds – ohne Bedingungen! – hast), dann schreibe mir gerne, zum Beispiel auf LinkedIn.
Alle Beiträge der Blogparade mit Zitat und Link
Mich fasziniert, wie in einer Blogparade alle denselben Ausgangspunkt haben, und doch „geht“ jede und jeder mit dem eigenen Text einen ganz eigenen Weg. Es ist gewissermaßen ein bunter Strauß geworden.
Hier findest du alle Beiträge der Blogparade in alphabetischer Reihenfolge, jeder ist verlinkt. Viel Spaß beim Schmökern und Staunen. Und wenn dir ein Beitrag gefällt? Kommentare sind das schönste Dankeschön.
Allegra Bob
„Ich schreibe, weil ich nicht nicht schreiben kann.“

Allegras Blogbeitrag: Autorin mit 10 Jahren, heute Content-Strategin: Mein Weg mit Worten
Anita Arneitz
„Ich schreibe fast jeden Tag. Nicht immer Journalistisches. Auch mal andere Sachen. Oder was Kreatives. Aber es ist immer da. Ich kann schnell und viel schreiben. Ich habe gelernt, im Fluss zu bleiben und nicht jeden Satz zu hinterfragen. Deshalb gehen mir Blogbeiträge leicht von der Hand.“
Anitas Blogbeitrag: Was ich schreibe und warum
Annette Schwindt
„In Social Media selbst habe ich über normale Postings hinaus nie konsequent längere Texte veröffentlicht. Ich konnte auch schon vor der aktuellen Renaissance des Bloggens nicht verstehen, warum ich meine Inhalte an eine geschlossene Plattform verschenken sollte, die mich jederzeit davon ausschließen kann, noch einmal dranzukommen.“

Annettes Blogbeitrag: Was schreibst du und warum?
Anonymous (arbeitet für eine staatliche Prüfeinrichtung)
„Tatsächlich hat sich unser Schreibstil in Hinblick auf die Öffentlichkeit deutlich verändert, aber es war und ist weiterhin ein spannender interner Prozess.“

Anonymous’ Beitrag im Kommentarbereich der Einladung
Barbara Stromberg
„Ich schreibe, damit Menschen sich trauen, echt zu zeigen, was sie können. Und damit das auch auf ihrer Website, in ihren Mails, in ihrem Content rüberkommt. Nicht glatt, sondern stimmig. Und weil Worte ein Handwerk sind, das auch, trotz und wegen der KI noch wichtiger wird.“

Barbaras Blogbeitrag: Vom Ferienjob zur Berufung: Warum ich schreibe
Beate Mader
„Ich schreibe mit der Hand: Ich zeichne. Ich gestalte Grußkarten. Ich sketchnote und dokumentiere mit dem IPad. Ich beschrifte unendlich viele Post-its. Ich liebe es, auf Flipcharts zu schreiben. Diese zu gestalten. Wissen visuell darzustellen … … … Warum schreibe ich? Weil ich muss. Weil ich mein Wissen teilen möchte. Weil ich mich damit ausdrücken kann. Weil ich Emotionen sichtbar machen kann. Weil ich es möchte.“

Beates Blogbeitrag: Warum schreibe ich?
Birgit Krüger
„Als ich anfing, mich ernsthaft mit dem Bloggen zu beschäftigen, wurde mir bewusst, wie viele Möglichkeiten das für eine erklärungsbedürftige Methode wie Focusing bietet. Jetzt schreibe ich wirklich.“

Birgits Beitrag: Wie ich von einer Texterin zur Schreiberin wurde
Christina Biroth
„Ein Aha-Erlebnis war, dass ich festgestellt habe, wie gut mir das biografische Schreiben tut.“
Christinas Beitrag: Fragen über Fragen
Claudia Kozeny-Pelling
„Was mir gefiel: Im Gegensatz zu deutschen akademischen Texten wollen englische nicht durch Komplexität beeindrucken, sondern klar, kompakt und einfach lesbar bleiben. So lernte ich einiges über andere Kulturen, Religionen, Literatur und Politik – und besseres Schreiben.“

Claudias Beitrag: Schreiben über Umwege
Die Nikas
„Schreiben ist für uns Ausdruck, Verbindung und Widerstand. Es ist ein Werkzeug, um mit unserer DIS-Struktur sichtbar zu werden und einen Beitrag zur gesellschaftlichen Aufklärung über Trauma und DIS zu leisten.“
Die Nikas’ Blogbeitrag: Schreiben mit DIS: Warum Worte für uns Überleben, Kunst und Verbindung sind
Doc.Eva
„Ich schreibe auf meinem Blog über Essen, kreiere und verbildliche Rezepte und verfasse Reiseberichte.“

Doc.Evas Blogbeitrag: Warum schreibe ich einen Blog?
Doris Schuppe
Doris Schuppe ermutigt mit ihren Blogartikeln und Büchern Frauen, sich sicherer in digitalen Räumen zu bewegen: „Technologie betrifft uns alle – und es ist wichtig, mehr darüber zu wissen, um diese aktiv mitgestalten zu können.“
Doris’ Blogbeitrag: Was schreibe ich und warum
Gabi Kremeskötter
„Ob kaufmännische Texte im Hauptjob, persönliche Reden als freie Rednerin, Gedichte und Bücher unter meinem Pseudonym oder Ideen für Workshops im KREativen Schreiben – alles, was ich beruflich tue, hat mit Worten zu tun. Manche begleiten, andere bewegen, viele inspirieren.“

Gabis Blogbeitrag: Berufliches Schreiben mit KREativer Schreibpalette – meine bunte Welt
Hans-Gerd Gerhards
„Es macht mir sehr viel Spaß, (nicht nur) außergewöhnliche Probleme aus dem deutschsprachigen WordPress-Forum aufzugreifen und in Beiträgen Lösungsansätze ausführlicher zu beschreiben als das in einem Forum möglich ist. Im Rahmen eines Beitrags kann man z. B. viel besser Screenshots oder Videos mit Lösungsansätzen darstellen.“

Hans-Gerds Blogbeitrag: Warum ich über WordPress blogge
Hilge Kohler
„Kollaboratives Schreiben mit KI funktioniert erstaunlich gut. Die Modelle halten sich inzwischen zuverlässig an ihre Rollen, sie übernehmen den kreativen Part, den kritischen oder auch beides. Kurz gesagt, sie machen, was ich ihnen sage. Damit ist für mich als Autorin eine ziemlich große Spielwiese eröffnet.“

Hilges Blogbeitrag: Rollenspiel mit Hund: Vorschläge für kollaboratives Schreiben mit KI
Ilke Paul
„Ich teile meine Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich auf meiner Reise zu meiner Berufung als Chiropraktorin und zu meiner eigenen Gesundheit gemacht habe. Ich möchte Menschen ermutigen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Es gibt viel, was jede/r selbst dafür tun kann, und es geht oft auch ohne Medikamente und Operationen.“
Ilkes Beitrags: Warum ich meinen Blog schreibe
Jane Eggers
Jane Eggers schreibt in ihrem Blogbeitrag auf Englisch über das Songwriting:
„I just love the feeling of chasing the perfect phrase.“

Janes Blogbeitrag: Why February is one of my favourite months
Karin Müller Schmied
„Wer schreibt, der bleibt. Das ist ein Sprichwort. Für mich bedeutet es: Wer eine Sprache hat, kann die zur Sprache zugehörige Schrift erlernen. Wer die Gebärdensprache erlernen kann und darf, kann auch die umgebende Lautsprache und entsprechend das Schreiben erlernen. Nur durch die gesprochene oder gebärdete Sprache kann man schreiben lernen.“

Karins Blogbeitrag: Warum ich über die Gebärdensprache, Kunst und Museen schreibe
Kathrin Graneis mit einem kurzweiligen Gastbeitrag
„Und eines weiß ich heute sicher: Schreiben kann dein Leben verändern.“

Lidija Tesche
„Ich schreibe auch, um anderen eine Freude zu machen. Nicht, weil ich es muss, sondern weil ich es kann. Und zu wissen, dass es jemandes Herz erfreut, das ist ein großartiges Gefühl.“
Lidijas Blogbeitrag: Was ich schreibe, und warum – Das Schreiben ist mein Weg zu mir selbst
Maria Klitz
„Ich schreibe für Frauen mit ADHS. Für neurodivergente Menschen. Für alle, die sich in gesellschaftlichen Normen fremd fühlen. Nicht, weil sie nicht dazugehören, sondern weil die Norm viel zu eng ist für das, was wir mitbringen.“
Marias Blogbeitrag: Was schreibe ich und warum?
Maria Squarra
„Obwohl ich mich seit mehr als 25 Jahren mit Texten auseinandergesetzt hatte, war es am Ende doch etwas anderes, eigene Texte zu verfassen.“

Marias Blogbeitrag: Hassliebe Schreiben: Mein langer Weg zur Bloggerin
Maria Veit
„Schreiben wird oft unterschätzt. Oder verwechselt mit „kreativ sein“ im klassischen Sinne – als müsste man gleich ein Gedicht, ein Buch oder ein Kunstwerk schaffen. Aber Kreativität ist nicht gleich Kunst. Kreativität heißt: Lösungen finden. Neue Wege denken. Mit dem, was gerade da ist, etwas Eigenes machen. Und genau das passiert beim Journaling.“
Marias Blogbeitrag: Warum ich schreibe und wie Worte zur mentalen Entlastung werden
Petra Polk
„Bücher haben mein Leben verändert. Die, die ich gelesen habe und noch viel mehr, die, die ich geschrieben habe. Ein Buch schreiben ist Persönlichkeitsentwicklung pur.“
Petras Blogbeitrag: Bücher verändern Leben
Robert Lender
„Mein Blog ist für mich ein Ort, an dem ich mich ausprobieren kann. Ein Speicher für Gedanken, Tests und Beobachtungen. Und obwohl es ‚nur‘ ein Blog ist, ist es für mich ziemlich viel.“

Roberts Blogbeitrag: Was ich so schreibe
Sabine Landua
„Ich blogge, weil es mich weiterbringt und weil es mich mit anderen Menschen verbindet.“

Sabines Blogbeitrag: Bloggen wirkt nachhaltig: Wie Schreiben meine Arbeit als Lerntherapeutin bereichert
Sandra Meinzenbach
„Ein bisschen umschreiben“ oder „nur die Orthografie auf Vordermann bringen“, reicht selten aus. Natürlich ist es wichtig, Rechtschreibfehler, Grammatik und Zeichensetzung zu berichtigen. Beim Werbelektorat geht es jedoch auch um zielgruppengerechte Botschaften, Struktur und logische Argumente – und in vielen Fällen darum, Texte neu zu schreiben.
Sandras Blogbeitrag: Was hat „Werbelektorat“ mit „Werbetexte schreiben“ zu tun? Ziemlich viel!
Sandra Schwertfeger
„Das Schreiben ist mehr als nur ein Hobby oder Beruf – es ist ein Weg, sich selbst zu begegnen.“
Sandras Blogbeitrag: Warum Schreiben mein Leben verändert hat
Solveigh Röttig
„Ich schreibe, weil ich gerne Geschichten erzähle.“

Solveighs Blogbeitrag: Geschichten erzählen
Zamyat M. Klein
„Lesen ist wie Einatmen
Schreiben wie Ausatmen
Beides lebensnotwendig für mich“

Zamyats Blogbeitrag: Schreibend die Welt und mich erkunden
Inge Bateman
Auch ich habe zum Thema geschrieben, na klar. 🙂
„Mein innerer UX-Detektiv ist gewissermaßen ständig auf Streife.“
Fazit: Es ist die erste Blogparade, die ich veranstaltet habe, aber gewiss nicht die letzte
Als Greenhorn im Host-Modus habe ich in den vergangenen Wochen unter anderem gelernt: Eine solche Blogparade beansprucht sehr viel mehr, als ich ahnte. Lesen, kommentieren, kommunizieren, klappern. Und parallel dazu selbst noch schreiben. Schwitz.
Und dann habe ich noch etwas ganz besonders erleben dürfen: Es ist ein Geschenk, Gastgeberin zu sein und solch persönliche Geschichten lesen zu dürfen. Ich danke euch allen für eure so reflektierten Beiträge. Ihr seid toll!







5 Kommentare zu „32 Perspektiven zur Blogparade „Was schreibst du, und warum?““
Pingback: Monatsrückblick April / Mai 2025: Voller als geplant - Sabine Landua
Liebe Inge,
herzlichen Glückwunsch, dass du gleich bei deiner ersten Blogparade als Host so viele zur Teilnahme inspirieren konntest! Auch ich durfte ein Teil davon sein und ich muss sagen, es hat mir riesigen Spaß gemacht über mein „Warum“ zu schreiben. Vielen Dank für diesen Impuls!
Deine Übersicht über alle Beiträge lädt mich jetzt dazu ein, ein bisschen durch die anderen Teilnehmerbeiträge zu schmökern. Vielen Dank dafür!
Ich freue mich auf deine nächste Blogparade und bin gespannt, welche Frage zu dann stellen wirst 😉
Liebe Grüße
Sabine
Vielen lieben Dank für deine so warmen Worte, Sabine!
Spannend finde ich, dass man sich dem „Warum?“ aus so vielen Blickwinkeln nähern kann, und auch immer wieder aufs Neue. Das zeigen auch die Beiträge, jeder ein Unikat. Ich freue mich sehr, dass du mit deinem dabei bist und diese Vielfalt mitgestaltet hast.
Eins weiß ich jetzt schon zur nächsten Blogparade. Ich fange früher an, mir über das Thema Gedanken zu machen. Oder besser gesagt: Es reifen zu lassen. Denn das hat mich im Vorfeld gestresst. Ich hatte viele Ideen, mit vielen Nuancen. Und brauchte immer wieder Abstand, damit sich alles setzt und auf diese Weise klärt.
Herzliche Grüße
Inge
Hi, vielen Dank für diese umfangreiche Zusammenfassung.
Gerne, Doc.Eva! Es war ein schönes Projekt zum Abschluss der Blogparade.