Das Handtuch ist das kleine Ding mit großer Wirkung. Genau wie ein Blog.
In Per Anhalter durch die Galaxis gilt es als das wichtigste Utensil für alle, die im All unterwegs sind. Nicht, weil es weich ist oder gut riecht, sondern weil es unglaublich vielseitig ist: Decke, Segel, Schutzschild, Waffe, Signalgeber – und natürlich Handtuch. Ein echtes Multitool also. Unterschätzt, aber unverzichtbar.
So sehe ich auch meinen Blog. Galaktisch wichtig ist er sicher nicht. Aber auch er wirkt unscheinbar und ist doch ausgesprochen wirksam. Er bietet Raum für Gedanken, lässt sich flexibel einsetzen, zeigt Präsenz und gibt Orientierung. Und vor allem: Er gehört mir, und es liegt in meiner Hand, was dort „lebt“. Keine Plattform, kein Algorithmus, keine Abhängigkeit. Ob drei Tage, drei Wochen oder drei Jahre, die Blogartikel bleiben sichtbar. Mein Blog ist die Business-Basis für mein Wissen und ein verlässlicher Ankerpunkt für Interessierte.
„Ein(en) Blog sollte man immer dabeihaben!“ – so ist das Thema im Rahmen der #Blogwochen2025, zu der Blogger ab dem 25. Mai eingeladen sind. Diese Idee finde ich großartig und das hier ist mein Beitrag dazu.
Und Towel Day?! Das ist, wenn ein Handtuch, eine Galaxie und die Zahl 42 zum Kult werden. Nerdig? Ja. Aber auf eine schöne Art. Und wird jährlich am 25. Mai zelebriert.
Bloggen macht unabhängig von Social Media
Soziale Medien sind wie russisches Roulette. Mal wird ein Beitrag sichtbar, mal verpufft er komplett. Alles hängt vom Algorithmus ab. Dazu kommen Business-Entscheidungen, auf die man als User keinen Einfluss hat.
Ein aktuelles Beispiel: Seit dieser Woche ist es auf LinkedIn nicht mehr möglich, einen Website-Link im Profil zu hinterlegen. Nur wer für Premium zahlt, darf seine eigene Seite verlinken. Klingt absurd? Ist es definitiv. Mehr als Mumpitz. Aber genau das zeigt, wie wenig Kontrolle wir in den sozialen Medien haben.

Das Ausmaß ist weit größer. Nehmen wir Google+. Die Plattform hatte 2013 weltweit etwa 135 Millionen aktive Nutzer und wurde 2019 trotzdem eingestellt. Denn sie konnte dem Netzwerk Facebook nicht Konkurrenz bieten. Auch andere Dienste sind verschwunden, samt Inhalten, die dort veröffentlicht wurden. Wer ausschließlich auf solche Kanäle gesetzt hat, steht heute mit leeren Händen da.
Mit meinem Blog bin ich davon unabhängig. Ich bestimme, was sichtbar ist und was bleibt. Kein Abo-Modell, keine Willkür, keine plötzlichen Änderungen an der Sichtbarkeit. Wer meine Website besucht, bekommt genau das, was da sein soll. Und zwar dauerhaft.
Wissen festhalten – professionell und praktisch
Ein Blogpost ist zwar nicht immer mal eben geschrieben, aber er ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Wissen fundiert und dauerhaft in die Welt zu bringen. Ich nutze dafür WordPress mit dem Gutenberg-Editor. Hat man sich einmal reingefuchst, lässt sich damit intuitiv arbeiten, auch mit zusätzlichen Elementen wie Bildern und Galerien.
In den vergangenen Jahren habe ich jede Menge rund um UX Writing und Nutzerfreundlichkeit verbloggt. Was mit der Zeit so entsteht, ist ein wachsendes Wissensarchiv: öffentlich zugänglich, langfristig auffindbar und direkt mit meiner täglichen Arbeit verknüpft.
Mein Blog ist auch mein Notizbuch
Manchmal stolpere ich über etwas, das fürs Business wichtig ist: eine missverständliche Fehlermeldung, ein anschauliches Beispiel für gelungenes Microcopy oder eine neue Funktion in einem Tool.
Google zeigt zum Beispiel schon länger nur noch 10 Ergebnisse in den Suchergebnissen. Vor allem bei tiefergreifenden Recherchen ist mir das zu wenig, genauer gesagt zu viel Geklicke. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und ja, man kann das händisch ändern. Könnte ich dir heute erklären wie? Nö, das habe ich vergessen. Aber ich weiß, dass ich das verbloggt habe, und zwar in diesem Artikel, inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Wenn ich daraus einen Blogpost mache, profitiert nicht nur mein Netzwerk. Auch ich habe dann eine saubere Notiz, auf die ich später zurückgreifen kann. Manche Blogartikel sind so gesehen auch mein persönliches Archiv. Und das Beste daran: Ich muss mich nicht erinnern, wo ich etwas gespeichert habe, ich schaue einfach in meine Beiträge.
Der Blog als Freiraum für UX
User Experience ist kein Trend, den man schnell mal mitnimmt. UX ist eher eine Art zu denken. Immer mit dem Blick auf die spätere Nutzererfahrung. Es geht dabei um Details: in der Sprache, der Navigation, der Struktur.
Mein Blog ist für mich der Raum, in dem ich diese Haltung sichtbar mache. Nicht als Checkliste, sondern als praxisnahe Beispiele. Ich schreibe über Dinge, die mir auffallen. Über Tools, die ich nutze. Über Seiten, die gut gedacht, aber schlecht gemacht sind. Oder umgekehrt.
Was ich am Bloggen besonders schätze: Es ist mein eigener Rahmen. Ich muss mich nicht an Plattformlogiken, Zeichenzählungen oder Posting-Frequenzen halten. My blog, my castle, my rules. Das gilt auch für Themenwahl, Ton und Tiefe. Gerade bei UX-Themen, die oft differenziert betrachtet werden müssen, ist das ein echter Vorteil.
Und weil ich kein Designer bin, sondern UX Writer, hilft mir das Schreiben doppelt: Ich bringe meine Beobachtungen auf den Punkt und mache sie nachvollziehbar – für mich selbst, aber auch für alle, die ähnlich denken. Beim Schreiben reflektiere ich, kläre ich meine Gedanken und trainiere meinen Schreibmuskel.
Was ich anderen empfehle
Wenn du etwas zu sagen hast, blogge.
Wenn du ein Business hast, blogge.
Wenn dir UX wichtig ist, blogge.
Mach’s mir nicht nach: Vor dem Start habe ich lange gezögert, regelmäßig zu schreiben. Aber seit ich es tue, merke ich: Es bringt Klarheit, Sichtbarkeit und Substanz.
Fazit: Nicht mehr wegzudenken
Der Blog ist für mich längst mehr als ein Experiment. Er ist mein Werkzeug, mein Archiv, mein Schaufenster. Er zeigt, wie ich arbeite, wie ich denke und wie ich UX verstehe.
In einer Welt, in der Plattformen kommen und gehen, und in der Algorithmen unberechenbar bleiben, ist er mein konstanter Anker. Mein Handtuch im digitalen Alltag: immer griffbereit, vielseitig einsetzbar und für mich unverzichtbar. Und genau deshalb gebe ich es nicht aus der Hand.

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Ich zeige dir die größten Stolpersteine – und wie du sie loswirst.
* WordPress, zum Beispiel







3 Kommentare zu „Warum ich blogge, und was das mit einem Handtuch zu tun hat“
Pingback: Ein Blog sollte man immer dabei haben - Ein erster Rückblick (BlogWochen) 2025 - Nur ein Blog
Danke fürs Mitmachen bei den #BlogWochen2025.
Ich kann deine Punkte „unterschreiben“. Besonders fein ist es, dass mein Blog mein Blog ist. Ich kann darin Text so gestalten, wie ich möchte. Eine Freiheit, die man nicht zu sehr schätzen kann.
Danke für die Gelegenheit, Robert! Mein Blog, meine Regeln – diese Freiheit schätze ich auch sehr.