Deshalb ist UX ein wichtiger Ranking-Faktor: 5 aktuelle Analysen dazu

Ux ist seo

UX und SEO: Ein wirksames Duo

Früher hieß es: Content is King. Keywords, Snippets und Backlinks bleiben weiterhin als SEO-Faktoren wichtig, schließlich müssen Suchmaschinen wissen, worum es auf einer Website geht. Aber SEO alleine reicht schon lange nicht mehr aus, um gut zu ranken. Heute lautet die erweiterte Formel: Content + Experience = Erfolg. Denn Google schaut nicht mehr nur auf Inhalte, sondern auch auf das Drumherum. Wie schnell lädt die Seite? Finden sich leicht Nutzer zurecht? Springt das Layout beim Scrollen? Alles Dinge, die zur UX* gehören.

Googles Algorithmus als Ganzes ist und bleibt ein Betriebsgeheimnis. Das ist auch gut so. Sonst wäre die Frage des Google-Rankings wohl mehr eine Frage der Manipulation als gute Inhalte und UX zu liefern.

Doch in Googles Blog und der Dokumentation zur Google-Suche lassen sich Schwerpunkte herauslesen. Der zentrale Punkt? Die Nutzerfreundlichkeit (UX)*. Wer seinen Nutzern eine runde Erfahrung liefert, punktet bei Google. UX ist mittlerweile hochrelevant für eine zielführende SEO-Strategie. Die folgenden 5 aktuellen, teils englischsprachigen Analysen und ihre wichtigsten Erkenntnisse zeigen, wie stark der Einfluss von UX in den vergangenen Jahren geworden ist – und warum Nutzerfreundlichkeit im Ranking mehr Gewicht hat als so mancher Backlink.

*UX steht für User Experience, auf Deutsch: Nutzererlebnis oder Nutzerfreundlichkeit

1. Google setzt auf UX

Die Zeiten, in denen technisches SEO und UX als getrennte Disziplinen betrachtet werden können, sind vorbei. Wer heute eine Website betreibt, schreibt nicht mehr nur für Suchmaschinen. Google verlangt explizit, dass Websites mehr liefern als gute Inhalte. Wenn die Seite langsam lädt, auf Mobilgeräten schlecht aussieht oder nicht auf sichere Weise bereitgestellt wird (https), hat selbst der beste Content kaum Chancen. Das nennt sich Page Experience – und das ist keine optionale Kür, sondern ein offizieller Ranking-Faktor.

Schauen wir uns an, wie sich Googles Core Updates ab 2021 – also seit 4 Jahren – auf die Bedeutung von UX ausgewirkt haben. Die Updates zielen ausdrücklich darauf ab, nutzerfreundliche Inhalte zu fördern. Google betont, dass Inhalte für Menschen und nicht für Suchmaschinen geschrieben sein müssen. Seiten mit echtem Mehrwert, klarer Struktur und guter Nutzerführung werden bevorzugt gerankt. Die Qualitätsanforderungen sind verschärft worden, minderwertige und auch unübersichtliche Inhalte verlieren an Sichtbarkeit.

„Das Rankingsystem von Google belohnt Inhalte, die eine gute Nutzerfreundlichkeit von Seiten bieten.“

Quelle: Googles Dokumentation Google Search Central (Stand: April 2025)

Praxistipp: Check regelmäßig die Core Web Vitals deiner Website. Das sind technische Kennzahlen, um die tatsächliche Nutzererfahrung einer Website zu messen. Tools wie Google PageSpeed ​​Insights zeigen dir, wo deine Website noch schneller und stabiler werden kann. Besonders wichtig sind:

  • Largest Contentful Paint (LCP): Wie schnell lädt der Hauptinhalt?
  • Interaction to Next Paint (INP): Wie flott reagiert die Seite auf Klicks?
  • Cumulative Layout Shift (CLS): Bleibt alles da, wo es hingehört?

Du musst die Metriken nicht im Detail verstehen. Entscheidend ist: Wer seine Zahlen kennt und langfristig verbessert, legt das Fundament für bessere Rankings – und zufriedenere Nutzer.

2. Fokus auf User Signals und UX als Ranking-Faktor

Wer strukturiert schreibt, wird besser gefunden. Das, was für Nutzer logisch und einfach zu verstehen ist – etwa sinnvoll strukturierter Inhalt und klare Wortwahl – ist auch für Google einfacher zu indexieren. Denn Suchmaschinen verstehen Inhalte nicht wie Menschen. Sie scannen nach Struktur, Klarheit, Kontext. Hier kommt UX Writing ins Spiel – auch als SEO-Booster, nicht nur als Stilfrage.

Denn eine umfassende Analyse von Backlinko zeigt, dass Google im Zuge der jüngsten Algorithmus-Änderungen (u. a. durch Offenlegung im Antitrust-Verfahren) verstärkt User Signals wie Klickrate, Verweildauer und Bounce Rate zur Bewertung von Webseiten nutzt. Die Studie zeigt, dass eine herausragende User Experience – etwa durch schnelle Ladezeiten aber auch durch intuitive Navigation – eine entscheidende Bedeutung für die SEO-Performance hat. UX stellt den Grundstein für den SEO-Erfolg in 2025 dar.

„It turns out Google leans heavily on user signals to rank content, not just deep content analysis. They’re really good at figuring out if users are happy with what they find.“

Quelle: 5 Crucial SEO Trends (and How to Adapt), Backlinko (2025)

3. Zufriedene Nutzer heißt höheres Ranking

Keywords bleiben bis heute wichtig, nur so können Suchmaschinen verstehen, wovon deine Website handelt. Doch was macht Google, wenn jemand auf deiner Seite landet, dort keine 20 Sekunden bleibt und gleich wieder wegklickt? Das registriert Google – leise, im Hintergrund, mit Konsequenz. Nutzerverhalten wie Verweildauer und Interaktion sind wertvolle Hinweise auf die Qualität deiner Seite. Und: Sie lassen sich durch die nutzerzentrierte Gestaltung positiv beeinflussen. Wer Nutzern auf seiner Website Klarheit bietet, lädt ein zum Verweilen. Und wer sie hält, wird belohnt.

Gute UX sorgt dafür, dass Nutzer auf einer Seite bleiben – ein klares Signal für Google. Das bestätigt nicht nur eine Analyse von AgencyAnalytics, sondern auch deutsche Quellen wie United Media, die Nutzerverhalten als „Soft Ranking-Faktor“ einstufen.

„Eine positive User Experience führt langfristig zu höherer Zufriedenheit, wiederkehrenden Besuchern und damit zu einem besseren Ranking.“

Quelle: Welchen Einfluss hat die User Experience auf das Google-Ranking? (United Media, 2025)

4. Gute UX fördert den Umsatz

Conversions sind eigentlich keine SEO-Kennzahlen – aber sie entstehen aus den gleichen Zutaten: Vertrauen, Klarheit, Orientierung. Wenn Nutzer sich durch mehrere Seiten klicken, lesen, im Online-Shop einkaufen, sich im Newsletter eintragen oder wiederkommen, dann deshalb, weil sie sich auf der Seite zurechtfinden und wohlfühlen. Google sieht das nicht direkt, aber es registriert die Signale und wertet sie als Qualitätsmerkmal.

Ninjapromo bringt es 2024 auf den Punkt: Bessere UX führt zu mehr Interaktion – und genau die wertet Google als Zeichen von Relevanz. Nicht, weil jemand etwas gekauft hat, sondern weil er mit der jeweiligen Website interagiert und Zeit dort verbringt.

„Visitors will spend more time on an enhanced website, improving Google rankings.“

Quelle: UX and SEO: How User Experience Affects SEO in 2025 (Ninjapromo, 2025)

5. UX heißt: Don’t make people think

Was macht eine gute Website aus? Dass man sie ohne Nachdenken benutzen kann. Genau das ist die Essenz guter UX – und das hat Steve Krug bereits 2000 glasklar formuliert. Auch 2025 ist der Satz aktuell wie nie. Denn wenn Menschen auf einer Seite nicht kämpfen müssen, sondern intuitiv klicken, bleiben sie. Und Google sieht genau das. Die Philosophie „Don’t make me think“ ist mehr als ein Buchtitel – sie ist ein UX-Prinzip. Wer sie beachtet, erhöht nicht nur die Conversion, sondern senkt Frust, Absprünge und Verwirrung. Das Ergebnis: bessere Signale, bessere Rankings.

Das Buch kann ich jedem ans Herz legen, der eine eigene Website oder Blog gestaltet. Es liest sich leicht und ist unaufdringlich überzeugend. Nachdem ich es vor 6 Jahren gelesen hatte, war klar: Ich möchte mich beruflich weiterentwickeln. Bis dahin habe ich im Tech-Bereich gearbeitet – als Online-Redakteurin, Texterin und manchmal auch als Übersetzerin. Also: das Schreiben über Tech. Nun wollte ich nutzerfreundliche Produkte gestalten, qualifizierte mich als UX Writer und kam in der Produktentwicklung an.

„Don’t make me think.“ – Steve Krug, 2000

Quelle: Don’t Make Me Think, Revisited

Fazit: UX ist kein Nice-to-have – UX ist SEO

Google hat in den vergangenen Jahren mit den Core Updates und neuen Richtlinien die User Experience fest in den Mittelpunkt der SEO-Strategie gerückt. Wer Sichtbarkeit will, muss heute echte Nutzerbedürfnisse erfüllen, technische Perfektion bieten und Inhalte klar, schnell und hilfreich präsentieren. Die Qualität der Website wird geprüft und bewertet, wie gut sie den Anforderungen an Benutzerfreundlichkeit und Leistung entspricht.

Wer heute bei Google vorne mitspielen möchte, braucht also mehr als Keywords und Backlinks. UX ist längst Teil des Spiels – sichtbar und messbar. UX ist nicht die Kirsche auf der Torte, sie ist der Boden, auf dem Rankings stehen.

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2 Kommentare zu „Deshalb ist UX ein wichtiger Ranking-Faktor: 5 aktuelle Analysen dazu“

  1. Liebe Inge,
    wow, was für ein wertvoller Artikel von dir!
    Ich kannte den Begriff UX noch nicht und habe definitiv etwas dazu gelernt.
    Aktuell mache ich einen SEO-Kurs und da ist auch viel von Nutzerfreundlichkeit die Rede. Ich optimiere, passe an und beachte viele technische Dinge und dabei freue ich mich riesig, wenn es in einiger Zeit spürbare Effekte bringt.
    Nutzerfreundlichkeit ist jedoch unschlagbar 1:1 Kundenbindung.
    Danke für deinen Tipp mit dem direkten Link zu meiner Blog-Übersicht aus einem Artikel heraus, habe ich direkt umgesetzt!
    Herzlichst Gabi

    1. Schön, dass du hierher gefunden hast und den Blogartikel bereichernd findest, liebe Gabi. Und absolut! Auch wenn das primäre Ziel von UX ist, die Nutzerfreundlichkeit eines digitalen Produkts zu verbessern – es führt eben indirekt zu Kundenbindung. Und damit zu mehr Umsatz. Es ist ein Business-Faktor mit ROI. Auch wenn es leider immer noch erklärungsbedürftig ist.

      Ah, der Tipp zum Menü, da warst du blitzschnell mit der Umsetzung. Freut mich, dass du die Idee nützlich fandst. SEO-Kurs? Viel Vergnügen!

      Herzliche Grüße

      Inge

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🇬🇧🇺🇸 > 🇩🇪 Lokalisierung
👩‍💻 5+ Jahre UX Writer und Strategin
✍️ Davor 3+ Jahre Texten und Marketing im Bereich Tech
👩‍⚕️ Davor 10+ Jahre Therapeutin
🤹 Know-how: UX Writing, Content Design, Webdesign, Usability
🔄 Erfahrung im agilen Umfeld, Scrum Master
⚙️ Tech-Verständnis

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Deutsch 1+, UX Wackelkandidat. LanguageTool überprüft als Schreibassistent Rechtschreibung, Kommas und Co., das ist ausgesprochen hilfreich. Allerdings ist im Hinblick auf die UX Luft nach oben. Dabei ließe sich das (vermutlich) ohne großen finanziellen Aufwand verbessern.

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