Eine Datei von einem Gerät zum anderen schicken? Und zwar unabhängig davon, ob es macOS, Windows, Linux, Android oder iOS ist? Man könnte meinen, dass das mittlerweile ein Klacks wäre. Pustekuchen. Je nach Setup ist es als Nutzer weiterhin Gefrickel. Zwischen zwei Apple-Geräten? Da reicht mit AirDrop ein Klick. Zwischen zwei Android-Geräten mit Quick Share ebenfalls. Doch wehe, man will was plattformübergreifend teilen. Ich nutze unter anderem ein MacBook und ein Android-Handy. Das Teilen war bislang umständlich: E-Mail an mich selbst, Messenger-Umweg oder Cloud-Link. Für ein einziges Foto. Nerv!
Produkte von Tech-Giganten mit Sitz außerhalb von Europa finde ich ohnehin zunehmend bedenklich. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative für das Teilen von Dateien gemacht. Meine Kriterien waren: Die App sollte entweder Open-Source-Software oder eine von einer europäischen Firma sein und zudem plattformübergreifend auf allen beliebigen Endgeräten funktionieren. Ganz oben auf der Prio-Liste stand für mich als UX Writer natürlich auch eine saubere UI, die eine intuitive Bedienung ermöglicht. Gefunden habe ich LocalSend, eine kostenlose Open-Source-App, mit der Dateien superleicht von einem beliebigen Gerät auf ein anderes übertragen werden können. Es ist SO easy.
Tech ist so vereinnahmend geworden. Kaum am Rechner oder Smartphone, schon stürzt die Informationsflut auf einen ein: verschiedene Apps, offene Tabs, Benachrichtigungen, E‑Mails, und, und, und. Ich bin schon immer ein Freund des Weniger gewesen und freue mich wie Bolle, wenn ich Dinge entdecke, die das Tech-Leben vereinfachen. Es geht mir dabei nicht um das Weglassen von wichtigen Dingen, sondern um Effizienz im digitalen Alltag und eine einfache Handhabung.
Was ist LocalSend?
Eine Datei von A nach B schicken und zwar ganz ohne Konto, Cloud und Kabel. Nur zwei Geräte im selben WLAN. Egal ob Rechner, Tablet oder Smartphone. Und vor allem egal ob macOS, Windows, Linux, Android oder iOS.
LocalSend ist eine kostenlose Open-Source-App, mit der Dateien, Fotos, Texte und sogar ganze Ordner direkt zwischen beliebigen Geräten verschickt werden können. Mit „beliebig“ meine ich, dass du mit LocalSend Daten zwischen macOS, Windows, Linux, Android oder iOS übertragen kannst, was eben ansonsten frickelig sein kann. AirDrop und Quick Share sind für ihr eigenes Ökosystem gebaut. Google hat Quick Share zwar inzwischen für AirDrop geöffnet, aber zunächst nur auf ausgewählten Geräten und mit Einschränkungen. Das ist ein Anfang, aber kein Standard.
Für die Übertragung mit LocalSend ist zudem weder ein externer Server noch ein anderer Dienst von Drittanbietern erforderlich.
Im Gegensatz zu cloudbasierten Lösungen wie AirDrop oder QuickShare, funktioniert LocalSend über das lokale WLAN-Netzwerk und 100 % offline. Sprich: so, wie auch bspw. ein Drucker im eigenen Netzwerk ohne LAN-Kabel funktioniert. Neben der unkomplizierten Handhabung bedeutet das, dass die eigenen versendeten Daten geschützt sind und privat bleiben.
Warum LocalSend das UX-Herz höherschlagen lässt
Die App tut, was man erwartet, und sonst nichts. Neben einer absolut sauberen und minimalistischen Benutzeroberfläche gibt es zahlreiche weitere Eigenschaften, die LocalSend unwiderstehlich machen:
- Installieren und öffnen. Es gibt kein Konto, keine Anmeldung, kein Passwort und auch keinen Onboarding-Marathon.
- Alle Dateitypen übertragbar: Übertragen lassen sich Fotos, Videos, Dokumente, ganze Ordner, Text, sogar die wohl wichtigste Datei im Smartphone: die VCF-Datei mit allen Kontakten samt Rufnummern.
- Plattformübergreifende Kompatibilität: LocalSend funktioniert zwischen Windows, macOS, Linux, iOS und Android. Und die App lässt sich auf dem Rechner, Smartphone und Pad installieren.
- Nur drei Klicks, um zu übertragen: Datei wählen, Gerät wählen und senden.
- Ruhe: Die Benutzeroberfläche ist ohne Werbung und es funkt nichts im Hintergrund nach Hause. Das ist beruhigend.
- Keine Kosten, dafür Community: Es gibt weder Abonnements noch versteckte Gebühren. Die App ist Open-Source-Software, es kann also jeder mitmachen oder auch Sponsor werden.
Wie funktioniert die Dateiübertragung per WLAN ohne Internetverbindung?
Die Dateiübertragung per WLAN ohne Internetverbindung funktioniert, weil WLAN nicht gleich Internet ist. WLAN ist die kabellose Verbindung zwischen einem Router und Geräten wie Laptop, PC, Smartphone oder Drucker. Es ist ein lokales Netzwerk, das Daten per Funk überträgt. Internet hingegen ist die Verbindung des Routers an das globale Netzwerk, das die Summe dieser lokalen Netzwerke miteinander verbindet. Das kann kabelgebunden oder per Funk sein. Der Router ist die zentrale Schnittstelle zwischen beiden, aber das WLAN läuft lokal und das Internet eben nicht.
Um Daten mit LocalSend zu senden und zu empfangen, benötigen Geräte keinen Zugang zum Internet. Mit dem richtigen Setup können sie auf direktem oder indirektem Weg miteinander funken. Was erst einmal trivial klingt, ist bei genauerem Hinsehen im Hinblick auf das Thema Sicherheit der eigenen Daten ein riesiger Unterschied. Denn das lokale Netzwerk ist privat und das Internet eben nicht.
Wie sicher ist LocalSend?
In einer Welt, in der viele Dienste cloudbasiert und AI‑infiltriert sind, in der Daten getrackt und teils auch gespeichert werden, verfolgt die Open-Source-Lösung LocalSend einen erfrischend anderen Ansatz:
- Sicher durch HTTPS‑Verschlüsselung: Alle übertragenen Daten werden auf dem Übertragungsweg zwischen Sendergerät und Empfängergerät verschlüsselt. Diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schafft die Basis für sichere Übertragungen.
- Offline, es ist keine Internetverbindung nötig: Die Daten werden direkt über das lokale WLAN‑Netzwerk übertragen, verlassen also nie das Haus. Sie bleiben lokal und gelangen erst gar nicht ins Internet. Noch eine Schicht Sicherheit.
- Daten bleiben privat. Wo nichts an externe Server der Cloud gesendet wird, kann auch nichts gespeichert werden. Und so bleiben die eigenen Daten privat. So soll es sein.
- Transparenz: Open-Source-Software (OSS) bedeutet, dass der Quellcode offen auf GitHub liegt. Jeder kann sich den Code ansehen und prüfen, ob der Code macht, was er soll, und nicht mehr. Man kann quasi in den Motor reinschauen und es läuft nichts unbemerkt im Hintergrund. Open-Source ermöglicht nebenbei ein höheres Maß an digitaler Souveränität, was mehr Privatsphäre zur Folge hat.
Dateien mit der LocalSend App von einem Gerät zum anderen zu übertragen bedeutet, sie lokal und sicher zu übertragen.
LocalSend Download
Um die Software zu nutzen, musst du sie herunterladen und auf den Geräten installieren, zwischen denen du Dateien austauschen möchtest. Es gibt zwar auch eine Web-App, die aber natürlich nur mit dem Internet funktioniert, mit den genannten Nachteilen (daher auch nicht verlinkt).
Hier kannst du die LocalSend App herunterladen:
- Download direkt von LocalSend über die Website
- Apples App Store
- Google Play Store
- Für Techies: LocalSend bei GitHub herunterladen (nicht mehr viel, und die 100.000 Sterne sind dort geknackt!)
Das Setup? Gibt es nicht. Öffnen und loslegen.
Wie funktioniert LocalSend?
- LocalShare muss auf beiden Geräten installiert und geöffnet sein.
- Beide Geräte müssen mit demselben WLAN‑Netzwerk verbunden sein.
- Die App baut die sichere Verbindung zwischen beiden Geräten auf (für Tech-Interessierte: REST-API, mit dynamisch generierten TLS/SSL-Zertifikaten).
- Auf dem einen Gerät die Datei wählen, dann das Empfangsgerät und dann senden.
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Falls es mit LocalSend haken sollte
Zu 99,9 % läuft die App einfach. Doch nicht immer finden sich die Geräte auf Anhieb, dann hilft es, das Programm auf beiden Geräten zu schließen und neu zu öffnen.
Bei mir fanden die Geräte sich anfangs nicht, das lag am DNS: Ich nutze NextDNS, und erst als ich die NextDNS-Adressen am Mac von Hand eingetragen habe, tauchten die Geräte auf. Der Weg: Systemeinstellungen → WLAN → Details → DNS. Wer einen eigenen DNS-Dienst nutzt, sollte das im Hinterkopf haben.
Kritischer Blick auf Tech-Giganten und der Preis der eigenen Bequemlichkeit
Ich geb’s zu: Ich habe jahrelang bedenkenlos mitgemacht und Cloud-Dienste von Tech-Giganten jenseits des Atlantiks genutzt. Weil es bequem war. Wir alle, oder?! Es ist so praktisch. Doch den versteckten Preis finde ich zunehmend gruselig. Wir zahlen mit unseren persönlichen Daten.
Wer seine Daten über die Server großer Anbieter schickt oder ablegt, verlässt sich darauf, dass dort nichts schiefgeht, gibt die Kontrolle ab und macht seine Dokumente und sein Wissen für andere zugänglich. Denn was passiert mit diesen Daten? Etwa ein GDoc? Oder das Foto in der iCloud? Wir wissen es nicht im Detail und können es nicht kontrollieren. Unmengen an Benutzerdaten, mit denen ausführliche Benutzerprofile angelegt werden liegen auf Servern rum.
Als Nutzende setze ich (unbewusst) darauf, dass der Anbieter meine Daten sicher aufbewahrt und meine Privatsphäre respektiert. Ganz schön viel Vertrauensvorschuss, oder?!
Das ist ein ziemlicher Vertrauensvorschuss, und ausgerechnet in der Regel gegenüber einem Anbieter in den USA, wo Rechtsrahmen und Überwachungspraxis ganz anders aussehen als hier in Europa. Ob es sich nun um einen unzufriedenen Mitarbeiter, mangelhafte Datenschutzrichtlinien und/oder eine Datenpanne handelt – das „Schicksal“ meiner Daten liegt nicht mehr in meiner Hand. Klar ist mittlerweile auch, dass der KI Zugriff auf vermeintlich persönliche Daten gegeben wird, um sie zu trainieren.
Mit Open-Source-Software wie LocalSend hingegen, besteht keine Bindung an eine Plattform, ein Lizenzmodell oder einen einzelnen Anbieter. Alle Inhalte, das Design und der Code bleiben unter der vollständigen Kontrolle des Nutzenden.
Gerade jetzt, wo mehr Menschen nach sicheren, europäischen oder zumindest kontrollierbaren Alternativen suchen, ist das ein guter Ausgangspunkt. Denn auch als Nicht-Entwickler kann man davon ausgehen: Auch wenn man den Code selbst nicht versteht: Wäre da Murks, dann würde die Community ordentlich aufmucken und man bekäme es mit. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu proprietären Unternehmen wie Google oder Apple, wo man keinen Einblick in die Nutzung der eigenen Daten bekommt und die Motorhaube quasi verschlossen bleibt. Mit OSS muss man keinen Vertrauensvorschuss geben, sondern die Kontrolle.
Fazit: LocalSend ist sicherer und privater als jede Cloud
LocalSend löst ein Alltagsproblem, ohne dass ich dafür ein Konto anlege, einen Konzern benötige oder Daten aus der Hand gebe. Wenn du nach einer einfach zu bedienenden, sicheren und plattformübergreifenden Lösung suchst, um Dateien zu übertragen, dann schaue dir LocalSend an. Egal, ob du Fotos zwischen deinem Smartphone und Rechner übertragen, Dokumente mal eben von A nach B schieben oder auch eine Text-Notiz per Copy & Paste von einem Gerät auf das andere übertragen willst: mit LocalSend ist das ratzfatz erledigt, und zwar ganz ohne Internetabhängigkeit oder Datenschutzbedenken. Von mir eine klare Empfehlung!

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