UX Writing ist für dich komplett neu? Mehr zu den Grundlagen von UX Writing, was es ist und vor allem was es nicht ist, erfährst du in diesen beiden Posts:
Sticht deine Website (oder App) aus der Masse hervor? Gar nicht so einfach bei den unzähligen digitalen Angeboten und Dienstleistungen, die zunehmend austauschbar erscheinen. Genau deshalb gilt heute mehr denn je: Die Benutzerfreundlichkeit, kurz UX (User Experience), kann das Zünglein an der Waage sein. Denn Menschen mögen es, wenn Dinge leicht und klar sind.
Bei der Benutzung eines digitalen Produkts sollten keine Fragen entstehen. Das gilt für Websites und Apps und genauso für Software oder Online-Shops. Das macht UX Writing zu einem ausgesprochen wirksamen Hebel für jedes Business.
Ein UX Writer schafft Klarheit im Produkt und macht es für Nutzende leicht verständlich. Er sorgt dafür, dass relevante Informationen an der richtigen Stelle platziert und klar formuliert sind, um Nutzer bestmöglich dabei zu unterstützen, das Produkt effektiv zu nutzen. Ziel dabei? Nutzer sollen Aufgaben flott und stressfrei erledigen können, ohne Fragen stellen zu müssen. Nebenbei entstehen so weniger Kosten im Support durch Tickets und Rückfragen. Schauen wir uns weitere gute Gründe an, einen UX Writer zu buchen bzw. einzustellen.
1. UX Writer arbeiten mit der Customer Experience im Sinn
Wenn Nutzer rätseln, läuft etwas schief. Stell dir vor, du bist auf einer Schnitzeljagd. Die Hinweisschilder sind wahllos platziert, der Text kryptisch und voller Fachbegriffe. Du so: „Hä?!“ Je mehr Fragen, desto größer der Frust.
Genauso ist es bei digitalen Produkten. Unklare Texte nerven. Niemand möchte rätseln, wenn er ein Produkt nutzt. Sind Texte nicht klar und verständlich, passiert primär eins: Nutzende springen ab.
Gute UX Texte hingegen erleichtern den Menschen das Konsumieren und Nutzen von digitalen Inhalten. UX Writer sorgen für Klarheit im Produkt, sodass Nutzer es leicht bedienen können, ohne auch nur einen Gedanken an das System dahinter verschwenden zu müssen.
So kommen Nutzer ohne Umwege oder Fragen an ihr Ziel. Das schafft Vertrauen und das Produkt wird als unkompliziert und angenehm erlebt. Und dann machen Menschen, was sie so machen: Die Nutzung des Produkts wird zur Gewohnheit. Und schwups – scheinbar aus dem Nichts – ist die Basis für eine Kundenbindung entstanden.
Ein Produkt, das leicht zu nutzen ist, bleibt positiv im Gedächtnis. Mittel- und langfristig stärkt das deine Marke.
2. UX Writer sorgen für eine konsistente Nutzung der Markensprache
Für eine konsistente Markensprache braucht es zuerst ein definiertes Branding. Viele Unternehmen stecken viel Zeit und Geld in Logos, Farben und Bilder – dabei werden die Markenstimme (engl. brand voice), die Tonalität (engl. tone of voice, ToV) und die gezielte Wortwahl oft übersehen. Ein Fehler. Denn ohne sprachliche Leitlinien wird es schnell chaotisch: Texte wirken uneinheitlich, das kann Nutzer verwirren.
Eine starke, konsistente Markensprache macht dich unverwechselbar. Deine Zielgruppe erkennt auf Anhieb, dass der Text von dir kommt – egal, ob sie eine E-Mail liest, deine Website besucht oder eine App-Nachricht erhält.
Ob ein UX Writer nun Richtlinien selbst entwickelt oder auf vorhandene Dokumente des Marketing-Teams aufbaut: Er stellt sicher, dass die Markenstimme und Tonalität durchgängig im Produkt sichtbar sind.
Dokumentiert werden die Richtlinien in 2 Dokumenten: Styleguide und Glossar. Google Docs und Google Sheets bieten sich dafür an. So können sie mühelos über das Team hinweg geteilt und im Laufe der Zeit weiterentwickelt werden.
➡️ Wesentliche Elemente der Markensprache
Die Sprache deiner Marke ist ihre Identität. Es ist die individuelle Art und Weise, wie dein Business mit deiner Zielgruppe kommuniziert.
Der UX Writer benutzt bei jedem Schritt seiner Arbeit die Markensprache, die im Styleguide und Glossar dokumentiert ist. Das sind die 4 wesentlichen Elemente:
- Markenstimme: Bleibt immer gleich und vermittelt, wofür deine Marke steht.
- Tonalität: Passt sich dem Kontext an (z. B. locker bei Begrüßungen, ernst bei Warnungen).
- Terminologie: Einheitliche Begriffe, damit alle vom Gleichen sprechen.
- Schreibweisen: Zum Beispiel, ob du groß oder klein geschrieben wird.

➡️ Konsistente Nutzung der Markenstimme über Touchpoints hinweg
„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Das gilt auch für digitale Produkte: Websites, E-Mails, Social Media, App-Nachrichten – und die Markenstimme sollte überall konsistent sein.
Im Deutschen ist die erste Frage: „Duzen oder siezen?“ Mit dieser scheinbar einfachen Frage ist es nicht getan. Entscheidet sich ein Business fürs „Du“, tauchen Folgefragen auf: Groß oder klein? Direkte Ansprache („du“) oder indirekte („er, sie“)? Und wenn direkte Ansprache, dann Singular („du“) oder Plural („ihr“)?
Ob „du“ oder „Sie“, es ist die erste Frage von vielen. Sämtliche Entscheidungen bezüglich Sprache gehören in den Styleguide bzw. das Glossar.
Mit den Leitfäden im Styleguide und Glossar bringen UX Writer die Regeln ins digitale Produkt – für eine einheitliche Sprache, die Nutzern Orientierung gibt. Auch andere Schreibende im Unternehmen profitieren, denn mit diesen Dokumenten lassen sich konsistente Inhalte über alle Touchpoints hinweg schaffen. Beispiele:
- Auf deiner Website – vom UX Writer oder Marketer
- In der App – vom UX Writer
- In E-Mails – vom Marketer
- In Blogposts – vom Marketer
- Auf Social Media – vom Social Media Spezialisten
- Im Produkt selbst – vom UX Writer
➡️ Wetten, du weißt, welche Firmen bzw. Menschen das sind?
Manche Marken klingen so eindeutig, dass du sie sofort erkennst. Denk an „Hej“ – du hast sofort IKEA im Kopf, oder? Machen wir ein Experiment. Die Auflösung findest du unter dem Blogpost mit ** markiert.
- „Hollywood in der Hosentasche“
- „Yes we can“
- „Ich bin doch nicht blöd“
- „Because you’re worth it“
- „Just do it“
Und? Weißt du, welche Firmen oder Personen gemeint sind? Diese Slogans zeigen, wie Sprache eine unverwechselbare Identität schafft.
3. UX Writer erhöhen die Conversion Rate
Texte beeinflussen die Conversion Rate direkt, oft sind es die kleinsten Textteile, die sich als Gamechanger entpuppen. Kennst du die Geschichte vom 300-Millionen-Dollar-Button? Oder Googles Experiment, bei dem eine winzige Textänderung die Klickrate um 17 % steigerte?
Die Zahlen verdeutlichen, welch großen Einfluss durchdachte Texte auf den Erfolg eines digitalen Produkts haben.
UX Writing ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für den Erfolg digitaler Produkte.
Im Bereich Microcopy gibt es viele scheinbar triviale Stellschrauben, um die Conversion zu optimieren. Button-Texte sind hier ein Paradebeispiel: Ein einziges Wort kann die Anzahl der Klicks massiv verändern.
Iterative Tests sind dabei das A und O. A/B-Tests helfen, die wirksamste Version zu finden. Du kannst alles A/B‑testen: vom Text eines Buttons bis zur Anordnung der Elemente auf dem Bildschirm.
Zwei Varianten – z. B. „Version A“ und „Version B“ – werden verglichen, um zu sehen, welche besser performt. Dabei gilt: Nur eine Sache auf einmal ändern, um klare Ergebnisse zu erhalten.

Das Einrichten oder Programmieren von A/B‑Tests ist nicht die Aufgabe des UX Writers, allerdings sind wir oft mit im Boot: Wir entwickeln Varianten und stellen Hypothesen auf, warum eine Änderung die Zahlen beeinflussen könnte.
4. UX Writer liefern bessere Prototypen
Was sollte zuerst erstellt werden, Layout oder Text? Keine Henne-Ei-Frage: Texte gehören von Anfang an dazu. Denn ohne Worte ist ein digitales Produkt nicht nutzbar.
Design und Text hängen stark voneinander ab und liefern im Zusammenspiel die besten Ergebnisse. Im besten Fall arbeitet der UX Writer von Tag 1 eng mit dem Designer zusammen. Platzhaltertexte wie „lorem ipsum“ haben in Prototypen nichts zu zu suchen – spätestens vor Tests sollten sie durch durchdachte Texte ersetzt werden.
Warum? Weil Platzhalter verwirren und Testergebnisse verfälschen. Mit echten Texten wird das Testing präziser, die Erkenntnisse aussagekräftiger und das Budget effizienter eingesetzt.
5. UX Writer schaffen Freiräume für das Produkt-Team
UX Writing ist eine noch recht junge Disziplin. Erst ca. 2017 haben Tech-Giganten wie Google angefangen, UX Writer fest in ihre Produkt-Teams zu integrieren. Auf der Google I/O zeigte das Team damals, wie die gezielte Wortwahl messbare Erfolge liefert (der verlinkte Text führt zum Vortrag auf YouTube).

Ohne UX Writer müssen Designer, Entwickler oder Researcher Texte wie Button-Beschriftungen, Fehlermeldungen oder Tooltips nebenbei erledigen. Das lenkt ab und kostet Zeit – Zeit, die besser in ihre eigentlichen Aufgaben fließen könnte.
Mit einem UX Writer im Team sind die Rollen klar verteilt. Das Produkt-Team kann sich auf Entwicklung und Innovation konzentrieren, während der UX Writer die Texte übernimmt, sprachliche Guidelines erstellt und Prozesse optimiert.
Diese Grundlagen schaffen Effizienz, sparen Ressourcen und sorgen dafür, dass alle am selben Strang ziehen – klar, strategisch und strukturiert.
6. UX Writer erleichtern die Orientierung im digitalen Produkt
Nutzer sollten sich in einem digitalen Produkt intuitiv und ohne Nachdenken zurechtfinden. UX Writing schafft klare Strukturen und punktgenaue Inhalte, die Nutzer dabei unterstützen, sich innerhalb von Elementen und über Seiten hinweg zu orientieren.
Ein UX Writer verbessert die User Experience (UX) eines Produkts durch einen systematischen Ansatz:
- Content Audit: Analyse aller Inhalte (Website, Shop, App).
- Design-System: Entwicklung von Richtlinien wie Styleguide und Glossar.
- Textüberarbeitung: Enge Zusammenarbeit mit dem Produkt-Team und ggf. dem Marketing-Team.
- Qualitätssicherung: Feinschliff der Texte und aktive Beteiligung am Testing.
UX Writer präsentieren Informationen genau dort, wo sie gebraucht werden. Ob Microcopy auf Buttons oder konsistente Inhalte über alle Touchpoints hinweg – sie sorgen dafür, dass Nutzer jederzeit wissen, was als Nächstes zu tun ist.
Knapp, klar und konsistent – das erleichtert die Orientierung für jeden Nutzer.
Fazit: UX Writing – das Ass im Ärmel für erfolgreiche digitale Produkte
UX Writer verbessern die User Experience und sorgen für langfristige Kundenbindung. Gleichzeitig steigern sie messbar die Conversion Rate und andere KPIs – ein direkter Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg deines Produkts.
Wann solltest du einen UX Writer buchen? Immer dann, wenn dein Produkt Texte nutzt – und das tut es in der Regel immer. Egal, ob du eine Website relaunchen möchtest, du eine neue App auf den Markt bringst oder dein Newsletter nicht performt: Ein UX Writer sorgt für Struktur, Klarheit und den richtigen Ton – und schafft so Mehrwert für Nutzer und Unternehmen.
**Es sind Apple, Barack Obama, Media Markt, L’Oréal, Nike

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2 Kommentare zu „6 wirtschaftliche Gründe, einen UX Writer zu buchen“
Liebe Inge, das klingt ja spannend. Das kann ich noch gar nicht!
Viele liebe Grüße!
Eva
Ja, Eva, UX Writing ist spannend! Es ist quasi das Schmiermittel zwischen dem digitalen Produkt (Website, App, Software) und dem Menschen, der es nutzt. Gut gemacht, fällt es nicht auf. Im Gegensatz zum Beispiel zum Texten, das ja auffallen soll.
Liebe Grüße
Inge