9 UX Writing Tipps, um die Usability deiner Website zu verbessern

Digitalprodukte haben für mich etwas Magisches. Ich liebe es, dass wir aus ein paar abgerundeten Rechtecken und Wörtern nützliche Dinge machen können, hilfreiche Dinge, echte Dinge.

Was oft vor lauter Farben und Formen vergessen wird? Die einfache Nutzung entscheidet maßgeblich über den Erfolg deiner Website oder App.

Genauso wie die Abmessungen für DIN A4 Papier (DIN 476) oder das Datumsformat (DIN 5008), haben Usability (ja, das Wort steht im Duden 😲) und User Experience (UX) schon viele Jahre ihren festen Platz in den DIN-Normen und -Standards.

„Knigge“ für Usability und User Experience (UX)

Man spricht von guter Usability und UX, wenn ein Produkt, eine Website oder eine App leicht zu nutzen ist und Nutzer damit ein gewünschtes Ziel ohne großes Trara erreichen können.

Leicht zu nutzen führt dazu, dass der Gebrauch des Produkts als angenehm empfunden wird und die Assoziation mit der Marke entsprechend positiv ist.

Usability: DIN EN ISO 9241

Usability heißt so viel wie Gebrauchstauglichkeit eines Produkts. Die Standards dazu sind in der DIN-Norm DIN EN ISO 9241 festgehalten.

Die DIN 9241 beschreibt Usability als das Ausmaß, in dem ein Produkt durch Benutzer in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

User Experience (UX): DIN EN ISO 9241-920

User Experience (UX) erweitert den Begriff Usability um emotionale Faktoren und das Erleben während der Nutzung. Details zu den Standards sind in DIN EN ISO 9241-920 festgehalten.

Die DIN 9241-920 beschreibt die User Experience folgendermaßen: „A person’s perceptions and responses that result from the use and/or anticipated use of a product, system or service.“

Wie wir unsere Inhalte für Websites, Landingpages und Apps zusammenstellen, ist also elementar. Jedes Detail sollte geschickt platziert und in Szene gesetzt werden, auf alles Unwesentliche verzichtet werden.

Nutzer strafen schlechte Usability und UX ab

Wir kennen sie alle, die Websites und Apps mit unübersichtlichen Benutzeroberflächen (UI, User Interface) oder die Online-Shops, die zu Zeit- und Nervenfressern werden, weil sie nicht leicht zu nutzen sind.

Und was machst du dann? Mir gefällt das nicht. Ich klicke fast immer weg und suche mir einen anderen Anbieter. Vielleicht kontaktiere ich zuvor den Kundensupport. Die Erfahrung zeigt: ist das Produkt nicht leicht zu nutzen, dann ist der Kundensupport oft ebenfalls schlecht. So schnell verliert man einen potenziellen Kunden.

Je schlechter die Usability und UX eines digitalen Produkts sind, desto höher sind die Absprungraten und desto niedriger die Konversionsrate. Es hinterlässt zudem einen schlechten Eindruck und schadet der Markenwahrnehmung. 

Es lohnt sich, Nutzerfreundlichkeit und UX ins Rampenlicht zu stellen. Mach dein Tech-Produkt aus Kundensicht leicht zu verstehen und zu bedienen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass aus neugierigen Interessenten kaufwillige Kunden werden.  

Usability und UX, was gehört dazu?

Usability ist wie ein Stativ, es braucht mindestens 3 Beine, um stabil zu sein. Diese 3 Bereiche spielen zusammen:

  1. Aussehen (Design)
  2. Funktion (Code)
  3. Wörter (UX Writing)

Nummer 3, Wörter?! Dass Visuelles und interaktive Elemente für die Usability unerlässlich sind, das liegt auf der Hand. Tech-Unternehmen stecken viel Zeit und Geld in diese Bereiche. Nun mach’ die Augen zu und stell’ dir deine Lieblingsapp ohne Wörter vor. Ha, auch unerlässlich.

Ein digitales Produkt ohne Wörter, das ist wie Scrabble ohne Buchstaben. Oder ein stummer Film ohne Untertitel. 

Ähnlich wie ein ansprechendes Design und die Funktionalität spielen Worte eine entscheidende Rolle bei der Nutzerfreundlichkeit. Im besten Fall greifen alle 3 Elemente perfekt ineinander. Denn erst das Zusammenspiel von UX Design, Code und UX Writing führt zu einem ausgewogenen Digitalprodukt, das leicht zu bedienen ist.

UX Writing im Kontext von Usability und UX

Wörter spielen eine entscheidende Rolle bei der Benutzerfreundlichkeit einer Website. Klare Worte leiten Nutzer durch Websites und Apps und unterstützen sie dabei, ihre Ziele zu erreichen. Oft sind es nur wenige Wörter oder Textschnipsel (auch Microcopy genannt). Neben den Worten selbst, ist ihre präzise Platzierung im Digitalprodukt relevant sowie das jeweilige Drumherum.

Da, wo ein UX Designer mit visuellen Elementen das Digitalprodukt gestaltet, designt ein UX Writer mit Worten. Im besten Fall arbeiten beide eng zusammen.

Es gibt jede Menge elementare Unterschiede zwischen UX Writing und Texten. Der Prozess, die treffenden Wörter an der richtigen Stelle in einem digitalen Produkt zu platzieren, ist ein komplett anderer, als etwa einen Blogpost wie diesen hier zu schreiben. Daher gibt es auch einen speziellen Namen für diesen Fachbereich: UX Writing.

UX Writing hat Einfluss auf den digitalen Erfolg

Die eigene Website oder Landingpage verbessern und Kennzahlen, wie die Conversion Rate, verbessern? Wer will das nicht?

Beim UX Writing geht es darum, all die kleinen Texte in einem digitalen Produkt so zu schreiben, dass es für User an jeder Stelle der Customer Journey möglichst einfach zu verstehen und bedienen ist.

Was steht wo und wie auf der Website, Landingpage oder in der App geschrieben? Wie leitet Sprache einen Nutzer durch das Produkt oder den Prozess?

Gutes UX Writing sorgt nicht nur dafür, dass Nutzer ein digitales Produkt verstehen und leicht nutzen können. Mit einer menschlichen Ansprache erweckt es zudem auch die Markenpersönlichkeit zum Leben.

Worauf kommt es bei UX Writing an?

Hier sind 9 Kniffe, um in deinem Digitalprodukt mit Worten Klarheit zu schaffen, damit es aus Kundensicht leicht zu verstehen und bedienen ist. 

1. Präzision ist das A und O

Mit so wenigen Wörtern wie möglich die Bedeutung beschreiben. „Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen“, das hat Mark Twain mal gesagt.

Ein Beispiel für eine ungenaue Formulierung? „Mitmachen“ – was verstehst du darunter? Bei Starbucks bedeutet das „anmelden“ im Sinne von „ein Konto anlegen“. Auf der englischen Seite steht „Join now“. Das ist nicht präzise. Bei der Lokalisierung wurde vermutlich KI eingesetzt und die Überprüfung durch einen Menschen eingespart. Ergebnis? Die deutsche Version ergibt keinen Sinn.

2. Einfachheit ist auch das A und O

Weniger ist mehr. Kein Schnickschnack, keine unnötigen Wortspiele und schon gar nicht Produktnamen, die keiner versteht oder nur auf SEO ausgelegt sind. Wörter sind da, um genutzt zu werden. Aber bitte so, dass sie einen Mehrwert bieten.

3. In der Kürze liegt die Würze

Kurze Textabsätze sind leichter fürs Auge und für die Verständlichkeit. Das Leseverhalten am Bildschirm ist ganz anders als analog. User scannen die Texte der Website oder App nur. Sie sind mit ihrem Anliegen beschäftigt.

4. Aktive Sprache

Schreibe mit einem aktiven Sprachstil, dazu gehören die Verben. Schreibe mit du und ich. Passiv lässt den Nutzer gähnen … und gehen.

5. Spezifische Verben

„Speichern“ ist besser als „Konfigurieren“, „Anmelden“ besser als „Starten“. Verben treiben die Handlung voran und wirken dynamisch. Gut gewählte Verben lassen zudem Bilder im Kopf entstehen und entwickeln eine Story.

6. Klare Navigation

Das bedeutet sowohl im Hinblick auf die Informationsarchitektur darin als auch das Wortwahl. Sie hilft den Besuchern, schnell das zu finden, was sie suchen. Mach dir Gedanken über deine Zielgruppe. Wie funktioniert sie? Welche Begriffe verwendet sie? Wie findet sie sich zurecht?

7. Konsistenz hat großen Einfluss auf die Usability

Nutze dieselben Wörter für dieselbe Funktion oder Bedeutung. „Kaufen“ bleibt „Kaufen“ und wird nicht „Abschließen“ oder „Mitnehmen“.

Einheitlichkeit macht es dem Nutzer möglichst einfach, sich zurechtzufinden. Auch das Layout sollte kohärent über alle Seiten hinweg sein. Jede Unterseite sollte einen einheitlichen Look haben und Elemente wie die Navigation an identischer Stelle sein.

8. Ziffern statt Zahlwörter

Das Auge bleibt an 5 besser hängen. Wichtig, wenn du nicht aus Versehen fünf Hosen kaufen willst.

9. Weißraum ist dein bester Freund

Sowohl visuelle Elemente als auch Worte sollten gezielt platziert werden. Mit genügend Weißraum strukturierst du deine Inhalte und lenkst die Aufmerksamkeit deiner Benutzer auf die wichtigsten Worte.

Fazit

Usability und UX sind essenziell für den Erfolg deines Digitalprodukts. Mit UX Writing hast du einen guten Hebel, um es zu verbessern.  

Dein Digitalprodukt sollte ein Sprungbrett zum Erfolg sein und kein Stolperstein. Setze die UX Writing Tipps um und lass deine Website für dich arbeiten.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!


Benötigst du Unterstützung beim UX Writing oder Beratung in Sachen Lokalisierung? Schreibe mir gerne eine Nachricht. Lass uns darüber reden, wie Worte dein Produkt verbessern können.

Hashtag Team UX

Inge Bateman

Inge Bateman

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Inge Bateman

Inge Bateman

Hey, ich bin Inge, UX Writer mit Business-Faible. Digitale Produkte so zu gestalten, dass sie leicht verständlich und für Nutzende intuitiv zu nutzen sind, das ist Kern meiner Arbeit.

Ob im Leben oder auf deiner Website – die gelungene Wortwahl im passenden Ton? Genau das macht den Unterschied.

Wie kann ich helfen?

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📞 06474 8828 964

Eckdaten

🗯️ Bilingual: Deutsch und Englisch
🖥️ UX
📦 Produkt
📍Positionierung
🏗️ Website-Aufbau
🇬🇧🇺🇸 > 🇩🇪 Lokalisierung
👩‍💻 5+ Jahre UX Writer und Strategin
✍️ Davor 3+ Jahre Texten und Marketing im Bereich Tech
👩‍⚕️ Davor 10+ Jahre Therapeutin
🤹 Know-how: UX Writing, Content Design, Webdesign, Usability
🔄 Erfahrung im agilen Umfeld, Scrum Master
⚙️ Tech-Verständnis

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Ux analyse

UX-Analyse von LanguageTool: Deutsch 1+, UX nachsitzen

Deutsch 1+, UX Wackelkandidat. LanguageTool überprüft als Schreibassistent Rechtschreibung, Kommas und Co., das ist ausgesprochen hilfreich. Allerdings ist im Hinblick auf die UX Luft nach oben. Dabei ließe sich das (vermutlich) ohne großen finanziellen Aufwand verbessern.

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