Mit einem digitalen Produkt wie einer Website können die unterschiedlichsten Ziele verfolgt werden. Du kannst über dein Business und deine Angebote informieren, eine Kontaktmöglichkeit bieten oder auch Produkte in einem Online-Shop verkaufen.
Das primäre Ziel ist jedoch fast immer mehr Umsatz zu machen. Um das zu erreichen, kann unter anderem an diesen 2 Stellschrauben gedreht werden: SEO und UX.
SEO ist geläufig, das ist die Suchmaschinenoptimierung (engl. Search Engine Optimisation, ab hier SEO genannt).
Aber was ist UX? Das Kürzel UX beschreibt das Erlebnis, das jemand bei der Nutzung des digitalen Produkts hat (engl. User Experience, ab hier UX genannt).
Auch wenn es etliche Suchmaschinen gibt, wie DuckDuckGo, Bing und Yahoo! … Google hat sich weltweit und auch in Deutschland als Platzhirsch etabliert. Wenn ich im Folgenden also von Google rede, meine ich damit alle Suchmaschinen.
SEO, der Wegweiser zur Website
Eine gute SEO Strategie mit entsprechendem Ranking in Google ist der Schlüssel, um User auf eine Website zu leiten. Sie bewirkt, dass eine bestimmte Seite in den SERPs (Search Engine Results Pages) sichtbar wird, im besten Fall auf Seite eins der Suchergebnisse und dort möglichst weit oben.
Ziel der strategischen SEO ist es, die organische Reichweite zu steigern.
Wie wird die Sichtbarkeit einer Website in den SERPs erreicht?
- Keywords
- Snippet mit URL und Meta-Tags (Titel, Beschreibung)
- Backlinks
SEO: ein Schritt zu mehr Sichtbarkeit, den du heute machen kannst
Die Snippets – also Punkt 2 – zu bearbeiten und vervollständigen, kann ein guter Einstieg sein, um was für die Sichtbarkeit deiner Website im Netz zu tun. Sie helfen sowohl Suchmaschinen als auch Menschen zu verstehen, wovon die Website handelt. Der Aufwand ist überschaubar und es kostet dich nichts.
Du hast viele Seiten? Scanne deine Seite mit einem Tool wie Screaming Frog (in der Basis-Version kostenlos) und lasse dir gezielt die Meta-Tags anzeigen. So siehst du, ob die Tags vorhanden sind und ob die Texte ggf. optimiert werden sollten.
Du nutzt WordPress und hast nur 20 oder 30 Seiten und Beiträge? Dann nutze die Schnellbearbeitung, um zu sehen, ob die Felder Titel (meta title) und Beschreibung (meta description) sinnvoll ausgefüllt sind.

So viel zur SEO. Was passiert nun, wenn jemand einen Link in den Suchergebnissen anklickt und auf unserer Seite landet?
Gute UX, die Einladung zu bleiben
Sobald jemand deine Website besucht, spielt das Erlebnis des Nutzers (User Experience, UX) eine große Rolle dabei, ob der Besucher bleibt oder gleich wieder geht. Im besten Fall findet sich der User gut zurecht, versteht den Inhalt der Seite auf Anhieb und entdeckt was Interessantes oder Hilfreiches.
UX ist ein bisschen wie die Einladung, sich an einen reich gedeckten Tisch zu setzen.

Es lädt dazu ein, sich zu setzen und ein wenig zu bleiben (Verweildauer), von allem zu kosten (Seiten pro Sitzung), sich mit anderen am Tisch auszutauschen (Interaktion) und sich satt zu essen (Conversion wie eine Newsletter-Anmeldung, eine Kontaktaufnahme oder sogar den Kauf eines Produkts).
Wie wird eine gute UX eines digitalen Produkts erreicht?
- übersichtliche Strukturierung des Inhalts (Stichwort: Informationsarchitektur)
- eine intuitiv bedienbare Navigation
- schnelles Laden der Seite
- ansprechendes und klares Design
- präzise Wortwahl, insbesondere bei sehr kurzen Texten, wie z. B. Buttons und Labels
- die Seite funktioniert auf allen Endgerät reibungslos (Mobilfreundlichkeit)
- gut geschriebene, hilfreiche Inhalte, die für Leser einen Mehrwert bieten
UX: ein Schritt zu mehr Wirksamkeit, den du heute machen kannst
UX ist ein Erlebnis und damit subjektiv. Zudem greifen dabei viele Text- und Design-Details ineinander, sodass es nicht ganz leicht zu greifen ist. Um das Erlebnis messbar zu machen, sind oft UX Research Profis und Tests (z. B. A/B-Tests) nötig, was schnell ins Geld gehen kann.
Einen Aspekt kannst du allerdings leicht und schnell selber messen, und zwar das Kontrastverhältnis zwischen Text und Hintergrund.
Das Kontrastverhältnis hat einen unmittelbaren Einfluss darauf, wie gut oder schlecht deine Website für Nutzer zu lesen ist.
Für die Messung brauchst du die beiden Farbcodes (Text, Hintergrund) und ein Tool wie Color Contrast Checker. Gib die Farbwerte ein, dann wird oben links das Kontrastverhältnis angezeigt. Um als gut lesbar zu gelten, sollte der Kontrastwert zwischen Text und Hintergrund mindestens 7:1 betragen.
Eine genaue Anleitung und Hintergrundinfos findest du in diesem Blogartikel:
SEO führt dazu, dass eine Website gefunden wird. Eine gute UX sorgt dafür, dass ein Besucher bleibt.
Wirkt sich UX auf SEO aus?
Klare Antwort: Ja, das tut sie. Denn Google von heute ist nicht mehr Google von damals. SEO und UX klingen zwar erst einmal nach zwei Paar Schuhen, sind jedoch bei genauerem Hinsehen zwei Seiten derselben Medaille.
Google & Co. werten Nutzeraktivitäten aus. Neben allgemeinen Informationen bei der Nutzung einer Website, wie das verwendete Betriebssystem oder die geografische Herkunft, protokollieren sie die genutzten Inhalte und Aktionen auf einer Website. Das Thema Nutzerfreundlichkeit ist zudem mittlerweile fester Bestandteil der Google-Dokumentation geworden.
Die Algorithmen der Suchmaschinen bewerten das Nutzerverhalten anhand von Signalen wie Verweildauer, Engagement, Absprungrate und Seiten pro Sitzung. Diese Metriken sind von zentraler Bedeutung, da sie den Suchmaschinen dabei helfen, das Engagement des Nutzers und die Relevanz des Seiteninhalts für die Suchabsicht des Nutzers zu messen. Suchintention ist das Stichwort. Und Google will, dass diese Suchintention eines Googlers bedient wird.
Heute berücksichtigt die Suchmaschine also nicht nur technische Faktoren und Keywords, sondern analysiert im Hintergrund auch das Nutzerverhalten und die Qualität des Erlebnisses, das Websites bieten. Dabei legt Google großen Wert auf das Nutzererlebnis. Das spiegelt sich darin, wie Websites in den SERPs ausgespielt werden.
SEO ist ohne UX nicht mehr denkbar. Zumindest nicht, wenn man Erfolg haben möchte.
Strategische Ausrichtung
Eine nutzerzentrierte Denkweise ist auf der strategischen Ebene ein Muss. Bei der Gestaltung eines digitalen Produkts sollte immer aus der Perspektive des Nutzers gedacht werden.
Ziel sollte sein, Touchpoints so zu gestalten, dass die Customer Experience über alle Phasen der Customer Journey hinweg angenehm ist, den Erwartungen der Nutzer entspricht und vielleicht sogar übertrifft. Denn die gute Bedienbarkeit des digitalen Produkts führt zu mehr Kundenzufriedenheit, dem Aufbau einer positiven Markenwahrnehmung und zu besseren Abschlussraten.
Werte, die zur Messung der Wirksamkeit von Maßnahmen herangezogen werden können:
- Aufenthaltsdauer
- Interaktionen
- Scrolltiefe
- Absprungrate
Mit diesen Kennzahlen lässt sich vorab der Ist-Zustand messen und dokumentieren. Gestaltet man dann ein UI-Element neu, kann man die Auswirkung über einen bestimmten Zeitraum zu beobachten. Verglichen werden dabei genau diese Parameter. So sieht man, wie sich die Änderung auf das Nutzerverhalten auswirkt und ob das gewünschte Ziel auch wirklich erreicht wird.
Fazit
SEO führt dazu, dass eine Website gefunden wird. Eine gute UX sorgt dafür, dass Besucher bleiben. Wer gute Rankings für die eigene Website anstrebt, sollte SEO und UX in der Strategie zur Website-Optimierung integrieren. Auf diese Weise werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: mehr Sichtbarkeit in den Suchergebnissen und mehr zufriedene Nutzer der Website.
Egal, ob großes Unternehmen oder Nischen-Business: Wenn UX-Experten (Konzeption, Writing, Design, Research, Entwicklung, Testing) und SEO-Experten Hand in Hand arbeiten, dann gibt es nur Gewinner.
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Bilder: privat, Unsplash






