Inge Bateman #Team­čĺľUX

Zwei Puzzleteile, die zusammengef├╝hrt werden und symbolisch f├╝r SEO und UX stehen.

SEO und UX, Freund oder Feind?

Mit einem digitalen Produkt wie einer Website k├Ânnen die unterschiedlichsten Ziele verfolgt werden. Sie kann Informationen ├╝ber ein Unternehmen und ihre Produkte zeigen, Kontaktm├Âglichkeiten bieten oder auch Kaufm├Âglichkeiten bereitstellen. Das prim├Ąre Ziel ist jedoch fast immer das gleiche, n├Ąmlich (mehr) Umsatz zu machen.

Um den Umsatz anzukurbeln, k├Ânnen unter anderem diese zwei Stellschrauben genutzt werden: Suchmaschinenoptimierung (engl. Search Engine Optimisation, ab hier SEO genannt) und Nutzererlebnis (engl. User Experience, ab hier UX genannt). SEO und UX, das klingt erst einmal nach zwei Paar Schuhen, ist jedoch bei genauerem Hinsehen zwei Seiten derselben Medaille.

Auch wenn es etliche Suchmaschinen gibt, z. B. DuckDuckGo, Bing und Yahoo! ÔÇŽ Google hat sich als Platzhirsch etabliert. Wenn ich im Folgenden von Google rede, meine ich damit alle Suchmaschinen.

SEO, der Wegweiser zur Website

Ein Wegweiser, auf dem ein kleiner Vogel sitzt. Als Analogie zu SEO ist der Wegweiser zur Website.

Eine gute SEO-Strategie mit entsprechendem Ranking in Google ist der Schl├╝ssel, um User auf eine Website zu leiten. Sie bewirkt, dass eine bestimmte Seite in den SERPs (Search Engine Results Pages) sichtbar wird, im besten Fall auf Seite eins der Suchergebnisse und dort m├Âglichst weit oben. Ziel der strategischem SEO ist es, die organische Reichweite zu steigern.

Erreicht wird die Sichtbarkeit einer Website in den SERPs unter anderem durch:

  • Keywords
  • Snippet mit URL und Meta-Tags (Titel, Beschreibung)
  • Backlinks

Die Snippets gezielt zu bearbeiten und vervollst├Ąndigen kann ein guter Einstieg sein. So kann ohne gro├čen finanziellen Aufwand mehr Sichtbarkeit erreicht werden. Sie helfen sowohl Suchmaschinen als auch Menschen dabei zu verstehen, wovon die Seite(n) handeln.

Was passiert, wenn jemand nun den Link in den Suchergebnissen anklickt und auf unserer Seite landet?

Gute UX, die Einladung zu bleiben

Eine Frau, die am Tisch sitzt, eine Suppe l├Âffelt und dabei zufrieden grinst. Als Analogie zu UX ist wie eine Einladung, sich an einen gedeckten Tisch zu setzen.Einladung, sich an einen gedeckten Tisch zu setzen.

Sobald jemand die Website besucht, spielt das Erlebnis des Nutzers (User Experience, UX) eine gro├če Rolle dabei, ob der Besucher bleibt oder gleich wieder geht. Im besten Fall findet sich der User gut zurecht, versteht den Inhalt der Seite auf Anhieb und entdeckt zudem was Gutes, Hilfreiches oder Brauchbares.

Die gelungene UX ist ein bisschen wie die spontane Einladung, sich an einen h├╝bsch gedeckten Tisch zu setzen, das mit reichlich gutem, leckerem Essen bedeckt ist. Das l├Ądt dazu ein, sich zu setzen und ein wenig zu bleiben (Verweildauer), von allem zu kosten (Seiten pro Sitzung), sich mit anderen am Tisch auszutauschen (Interaktion) und sich satt zu essen (Conversion wie eine Newsletter-Anmeldung, eine Kontaktaufnahme oder sogar den Kauf eines Produkts).

Erreicht wird eine gute UX eines digitalen Produkts unter anderem durch:

  • ├╝bersichtliche Strukturierung des Inhalts (Stichwort: Content Design)
  • eine intuitiv bedienbare Navigation
  • schnelles Laden der Seite (Googles kostenloses Tool zur Messung: PageSpeed Insights)
  • ansprechendes und klares Design
  • pr├Ązise Wortwahl, insbesondere bei sehr kurzen Texten, wie z. B. Buttons oder Labels
  • die Seite funktioniert auf allen Endger├Ąt reibungslos (Mobilfreundlichkeit)
  • gut geschriebene, hilfreiche Inhalte, die f├╝r Leser einen Mehrwert bieten

SEO f├╝hrt dazu, dass eine Website gefunden wird.
Eine gute UX sorgt daf├╝r, dass ein Besucher bleibt.

Wirkt sich UX auf SEO aus?

Klare Antwort: Ja, das tut sie. Denn Google von heute ist nicht mehr Google von damals. SEO und UX lassen sich nicht beim strategischen Blick nicht trennen.

Google & Co. sind Generalisten in der Auswertung von Nutzeraktivit├Ąten. Neben allgemeinen Informationen bei der Nutzung einer Website, wie das verwendete Betriebssystem oder die geografische Herkunft, protokollieren sie die genutzten Inhalte und Aktionen auf einer Website.

Die Algorithmen der Suchmaschinen bewerten das Nutzerverhalten anhand von Signalen wie Verweildauer, Engagement, Absprungrate und Seiten pro Sitzung. Diese Metriken sind von zentraler Bedeutung, da sie den Suchmaschinen dabei helfen, das Engagement des Nutzers und die Relevanz des Seiteninhalts f├╝r die Suchabsicht des Nutzers zu messen. Suchintention ist das Stichwort. Und Google will, dass diese Suchintention eines Googlers bedient wird.

Heute ber├╝cksichtigt die Suchmaschine also nicht nur technische Faktoren und Keywords, sondern analysiert im Hintergrund auch das Nutzerverhalten und die Qualit├Ąt des Erlebnisses, das Websites bieten. Dabei legt Google gro├čen Wert auf das Nutzererlebnis. Das spiegelt sich darin, wie Websites in den SERPs ausgespielt werden. Das Thema Nutzerfreundlichkeit ist zudem mittlerweile fester Bestandteil der Google-Dokumentation geworden.

Das bedeutet, dass SEO ohne UX nicht mehr denkbar ist. Zumindest nicht, wenn man Erfolg haben m├Âchte.

Strategische Ausrichtung

Eine nutzerzentrierte Denkweise ist auf der strategischen Ebene ein Muss. Bei der Gestaltung eines digitalen Produkts sollte immer aus der Perspektive des Nutzers gedacht werden.

Ziel sollte sein, Touchpoints so zu gestalten, dass die Customer Experience ├╝ber alle Phasen der Customer Journey hinweg angenehm ist, den Erwartungen der Nutzer entspricht und vielleicht sogar ├╝bertrifft. Denn die gute Bedienbarkeit des digitalen Produkts f├╝hrt zu mehr Kundenzufriedenheit, den Aufbau einer positiven Markenwahrnehmung und zu besseren Abschlussraten.

Ziele, die zur Messung der Wirksamkeit von Ma├čnahmen herangezogen werden k├Ânnen:

  • Aufenthaltsdauer verl├Ąngern
  • Interaktionen verbessern
  • Scrolltiefe verbessern
  • Absprungrate reduzieren

Mit diesen Kennzahlen l├Ąsst sich vorab der Ist-Zustand messen und dokumentieren. Gestaltet man dann ein UI-Element neu, kann die Auswirkung ├╝ber einen bestimmten Zeitraum beobachtet werden und mit genau diesen Parametern verglichen werden, um zu sehen, wie sich die ├änderung auf das Nutzerverhalten auswirkt und ob das gew├╝nschte Ziel auch wirklich erreicht wird.

Fazit

Ob innerhalb eines Unternehmens oder im Zusammenspiel von Selbstst├Ąndigen: Wenn UX-Experten (Konzeption, Writing, Design, Research, Entwicklung, Testing) und SEO-Experten Hand in Hand arbeiten, dann gibt es nur Gewinner.

SEO f├╝hrt dazu, dass eine Website gefunden wird. Eine gute UX sorgt daf├╝r, dass Besucher bleiben. Wer gute Rankings f├╝r die eigene Website anstrebt, sollte beides in die Strategie zur Website-Optimierung integrieren. Auf diese Weise werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: mehr Sichtbarkeit in den Suchergebnissen und mehr zufriedene Nutzer der Website.

Bildquellen: Canva, Pixabay

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