Die einzigen UX Writing Begriffe, die du kennen solltest

Filigrane Blätter, die so angeordnet sind, dass sie die Buchstaben A, B und C anzeigen.

Wie in vielen Fachbereichen, gibt’s auch bei UX Writing jede Menge Fachwörter. Zudem werden auch englische Begriffe im Deutschen verwendet, die zum Teil sogar im Duden stehen 😲.

Hier ist ein Spicker, den du nutzen kannst, um weniger googlen zu müssen.

Kommen wir direkt zur Sache …

A/B-Tests

Wer die Konversionsrate verbessern möchte, tut gut daran, in A/B-Tests zu investieren. Der Text für Buttons – auch Microcopy genannt – ist zum Beispiel voller Überraschungen. Ein einziges Wort kann die Anzahl der Klicks maßgeblich beeinflussen.

Bei einem A/B-Test werden zwei Versionen einer Sache miteinander verglichen, um herauszufinden, welche besser abschneidet (im obigen Bild mit „A“ und „B“ bezeichnet). Du kannst alles A/B-testen: vom Text in eines Buttons bis zur Anordnung der Elemente auf dem Bildschirm. Entscheidend dabei ist, immer eine Version zur Kontrolle zu haben (hier „A“) und immer nur eine Version gleichzeitig damit zu testen (hier „B“) .

Als UX Writer ist das Einrichten oder Programmieren von A/B-Tests nicht dein Job. Du kannst allerdings dafür verantwortlich sein, Ideen für verschiedene zu testende Varianten zu entwickeln und Hypothesen darüber aufzustellen, warum die neue Version die Metriken ändern wird.

Alternativtext (alt-Text)

Grafiken und Bilder benötigen alt-Text, um barrierefrei zu sein. Mit dem alt-Text beschreibst du den Inhalt und die Funktion des jeweiligen visuellen Elements.

Er wird als Attribut im Code einer Website oder Texts hinterlegt und ist in der Regel nicht im Produkt sichtbar. Erst wenn du mit der Maus drübergehst, erscheint der beschreibende Text.

Assistiven Technologien, zum Beispiel Screenreader, lesen diese Texte vor.

Barrierefreiheit

Ein komplexes Thema mit vielen Anforderungen. Es geht darum, Webprodukte für Menschen mit Behinderungen so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Dabei gilt es, Produkte so zu entwickeln, dass sie mit visuellen, auditiven, körperlichen oder anderen Einschränkungen nutzbar sind.

Es gibt rechtliche Rahmenbedingungen dafür: die Web Content Accessibility Guidelines 2.1 (WCAG 2.1) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0).

Buttons und Call-to-Actions (CTAs)

Ein kurzer Text als Handlungsaufforderung, der den Benutzer zur gewünschten Aktion auf einem Bildschirm führt. Der Text wird verlinkt und meistens wird die Schaltfläche so gestaltet ist, dass sie sich visuell vom rest der Seite abhebt und ins Auge sticht.

Erfahre, wie du Buttons und CTAs so gestaltest, dass sie gerne geklickt werden.

Content-Hierarchie

Die Art und Weise, wie Information auf einer Seite angeordnet und visuell hierarchisiert wird, zum Beispiel auf einer Webseite. Wichtige Informationen werden dabei stärker hervorgehoben als weniger wichtige Inhalte. Und die wichtigen Inhalte werden oben auf der Seite platziert und die weniger wichtigen Informationen unten. Nutzer sollten nie unnötig scrollen müssen.

Neben der Platzierung der Inhalte gibt weitere Mittel, mit denen eine Content-Hierarchie geschaffen wird. Typische Beispiele sind: Schriftgröße (Z. B. bei Zwischenüberschriften), Abstand, Fettdruck, Kursivschrift und Farbe.

Eye Tracking

Ist das Aufzeichnen und die Auswertung von Augenbewegungen in Bezug auf eine bestimmte Oberfläche (z. B. ein Bildschirm). Dies wird heutzutage mesitens mit sogenannten Heatmaps gemessen, die die am längsten und am häufigsten betrachteten Punkte visualisieren können.

Fehlermeldung

Eine Nachricht, die dem Benutzer angezeigt wird, wenn etwas schiefgeht. Die beste Fehlermeldung erklärt kurz und knapp, was schiefgelaufen ist und wie man wieder auf Kurs kommt bzw. das Problem löst.

Insider-Tipp: Manche bauen an dieser Stelle irgendwas Witziges ein. Viel wichtiger ist jedoch, dass der Benutzer versteht, warum es den Fehler gab und wie er oder sie das Problem lösen kann. Kurz, knackig, auf den Punkt.

F-förmiges Muster

Studien zeigen, dass Menschen dazu neigen, eine Webseite in einem F-förmigen Muster zu „scannen“. Dabei schauen sie (du, wir, alle):

  1. zuerst in einer horizontalen Linie über den oberen Bereich der Seite,
  2. dann in einer vertikalen Linie die linke Seite der Seite hinunter und
  3. schließlich weiter unten auf der Seite noch einmal in einer horizontalen Linie über den Inhalt scannen.

Dieses Muster ist für die Content-Hierarchie von Bedeutung.

Glossar

Eine A–Z Wortliste mit gängigen Ausdrücken. Eine Art Handbuch, in der du alle Begriffe samt Schreibweise dokumentierst, die im Unternehmen und im digitalen Produkt verwendet werden. Auch Begriffe, die nicht benutzt werden sollen werden darin dokumentiert.

Mit dem Glossar kann erreicht werden, dass über alle Touchpoints eines Users im Produkt eine einheitliche Schreibweise verwendet wird. Das stärkt die Marke und macht sie nach außen hin stärker.

Erfahre, wie du ein Glossar anlegst.

Informationsarchitektur (IA)

Wer hat sich noch nie auf einer Website dumm und dusselig gesucht?! Die Ursache dafür liegt fast immer in einer unüberlegten Informationsarchitektur.

Bei Informationsarchitektur geht’s darum, zu entscheiden, wie die Teile eines digitalen Produkts in Relation zueinander angeordnet werden müssen, um verständlich zu sein. Es geht darum, wie Informationen organisiert, gegliedert und präsentiert werden. Einfach ausgedrückt, ist Informationsarchitektur wie ein gesamtes zusammenhängendes Skelett deines Contents.

Es beginnt mit der Gliederung des Menüs, umfasst aber wirklich alles – die Struktur sämtlicher Seiten und deren Inhalte.

Mit der Strukturierung durch Informationsarchitektur werden Nutzer dabei unterstützt sich zurechtzufinden, Gesuchtes schnell zu finden und mit dem Produkt zu interagieren.

Internationalisierung (i18n)

Ein Begriff aus der Softwareentwicklung – es geht darum im digitalen Produkt eines Unternehmens die Basis für den internationalen Markt zu schaffen.

Dazu gehören sowohl das Design als auch der Code. Die Abkürzung für Internationalisierung ist i18n. Das sind der erste und letzte Buchstaben des englischen Ausdrucks „internationalis/zation“ und die 18 steht für die Anzahl an Buchstaben dazwischen.

Wer 8 Minuten Zeit hat, der kann sich Tom Scotts i18n Erklärung auf YouTube ansehen. Ausgesprochen informativ und unterhaltsam auf eine trockene Art. Der Prozess das Design und den Code vorzubereiten ist sehr viel komplexer als auf den ersten Blick sichtbar.

Leerzustand

Auf Englisch: „empty state“. Denk an eine leere Kiste, das ist dasselbe. Leerzustände bieten Kontext, wenn es noch nichts zu sehen gibt. Sie regen zur Interaktion an.

Lokalisierung (l10n)

Lokalisierung ist der Prozess, bei dem ein digitales Produkt für ein bestimmtes Publikum angepasst wird. Das bedeutet natürlich Übersetzung, geht aber weit darüber hinaus.

Es bedeutet, die Wörter in der neuen Sprache umzuformulieren, damit sich das Produkt für die lokalen Benutzer natürlich anfühlt. Und es ist vielschichtig, denn es umfasst neben der Sprache auch die Formatierung (z. B. Datum, Währung), die Anpassung von Bildern und kulturellen Elementen, die Änderung von Inhalten, um sie rechtskonform zu machen und vieles, vieles mehr.

Mit Lokalisierung gestaltest du im Grund genommen deine App oder Website so um, dass sie den Bedürfnissen und Erwartungen deiner neuen Zielgruppe entspricht, und zwar in sprachlicher, kultureller und transaktionaler Hinsicht.

Die Abkürzung für Lokalisierung ist l10n. Das sind der erste und letzte Buchstaben des englischen Ausdrucks „localis/zation“ und die 10 steht für die Anzahl an Buchstaben dazwischen.

Erfahre, wie du bei der Lokalisierung vorgehst (der Artikel ist auf Englisch).

Microcopy

Klein, aber richtig gemacht, ausgesprochen wirksam.

Text, aber kurz und in digitalen Produkten. Microcopy, das ist eher Wörter und Phrasen, nicht Sätze und Absätze. Microcopy, das sind all die kurzen Hinweise und Beschriftungen, die die Bedienung eines digitalen Produkts erleichtern bzw. erst ermöglichen. 

Microcopy Beispiele:

  • Navigation
  • Button-Texte und CTAs
  • Linktexte
  • Formulare zum Anmelden, Einloggen und Passwort wiederherstellen
  • Labels und Platzhalter in Formularen
  • Fehlermeldungen

Lies die spannende Geschichte vom „300-Millionen-Dollar-Button“.

Push-Benachrichtigung

Nachrichten, die an den Benutzer gesendet werden. Push-Benachrichtigungen werden auf einem Gerät angezeigt, nicht in der App.

Styleguide

Markensprache und Tonalität gehören zum Branding. Der Styleguide ist eine Art Handbuch, in der du Regeln für deine Markenstimme, Grammatik und Zeichensetzung dokumentierst.

Im Styleguide wird alles festgehalten, was zu einer einheitlichen Kommunikation mit der Zielgruppe eines Unternehmens beiträgt. Das ist unerlässlich, besonders, wenn mehrere Personen Inhalte erstellen. Mit der Verwendung des Styleguides kann für einen konsistenten Schreibstil gesorgt werden.

Erfahre, wie du einen Styleguide anlegst.

Tooltipp

Beispiel eines Tooltipps. Es ist ein Fragezeichen dargestellt, dass beim Klick einen Text aufklappt.

Mit Tooltipps können wichtige Informationen direkt im Produkt platziert werden, aber so, dass die Bedienoberfläche klar und aufgeräumt bleibt.

Im Duden steht zu Tooltipp: „sich bei Berührung mit dem Mauszeiger öffnendes, kleines Pop-up mit einem kurzen, erläuternden Text zu einer Schaltfläche.“

Es ist also Text, der bei Bedarf angezeigt werden kann. Die Darstellung wird vom Benutzer ausgelöst. Meistens geht’s um zusätzliche Informationen zu einer Seite, einem Element oder einer Funktion.

Der große Vorteil von Tooltipps ist, dass Information leicht zugänglich ist, ohne diejenigen zu stören, die bereits mit dem digitalen Produkt vertraut sind.

Im Beispiel links wird durch das Klicken des Fragezeichens der grün eingerahmte Text angezeigt, der sich über das Formular legt. Durch nochmaliges Klicken verschwindet der Pop-up wieder.

Weitere typische Beispiele für die Verwendung von Tooltipps sind in Formularen und als Hinweise bei der Erstellung von Passwörtern.

Usability

Was oft vor lauter Design vergessen wird? Die einfache Nutzung entscheidet maßgeblich über den Erfolg deiner Website oder App. Bei Usability geht es genau darum, nämlich wie einfach es für einen Benutzer ist, Dinge in einem digitalen Produkt zu erledigen.

Das Wort Usability steht im Duden 😲 und hat zudem ihren festen Platz in den DIN-Normen und ‑Standards. Es bedeutet so viel wie Gebrauchstauglichkeit oder Benutzerfreundlichkeit.

Erfahre, wie du mit UX Writing die Usability verbessern kannst.

User Research (Nutzerforschung)

Befrage Nutzer, um Möglichkeiten zur Verbesserung deines digitalen Produkts aufzudecken.

Untersucht werden kann ein bestehendes Produkt, ein neu entwickeltes Produkt oder auch einfach nur ein bestimmter Teil eines Produkts, wie zum Beispiel Buttons.

Die gängigste UX Research Methode ist das A/B-Testing, es gibt aber jede Menge anderer Methoden und Tests.

UX (User Experience)

Die Erfahrung, die ein Benutzer mit einem digitalen Produkt macht.

UX Writing

Mit Worten und deren Platzierung im digitalen Produkt nützliche und aussagekräftige Erfahrung schaffen, die Benutzern dabei helfen, verschiedene Aufgaben innerhalb eines Produkts zu erledigen. 

Erfahre, was ein UX Writer macht.

UI (User Interface)

Auf Deutsch: Benutzeroberfläche, also der ganze visuelle Kram auf Websites und Apps. Das UI Design macht ein digitales Produkt „hübsch“.

Voice & Tone

Auf Deutsch: Stimme und Tonfall.

Die Stimme ist die Persönlichkeit des Produkts und verkörpert, wie es spricht. Der Tonfall variiert je nachdem, in welchem Kontext was gesagt wird, bleibt aber innerhalb derselben Persönlichkeit oder Stimme.

Stimme und Tonfall gehören zur Markensprache und werden im Styleguide dokumentiert.

Erfahre, wie du eine Markensprache entwickeln kannst.


Benötigst du Unterstützung beim UX Writing oder der Lokalisierung deines digitalen Produkts? Schreibe mir gerne eine Nachricht. Lass uns darüber reden, wie Worte dein Produkt verbessern können.

Hashtag Team UX

Inge Bateman

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Inge Bateman

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Hey, ich bin Inge, UX Writer mit Business-Faible. Digitale Produkte so zu gestalten, dass sie leicht verständlich und für Nutzende intuitiv zu nutzen sind, das ist Kern meiner Arbeit.

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Eckdaten

🗯️ Bilingual: Deutsch und Englisch
🖥️ UX
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🏗️ Website-Aufbau
🇬🇧🇺🇸 > 🇩🇪 Lokalisierung
👩‍💻 5+ Jahre UX Writer und Strategin
✍️ Davor 3+ Jahre Texten und Marketing im Bereich Tech
👩‍⚕️ Davor 10+ Jahre Therapeutin
🤹 Know-how: UX Writing, Content Design, Webdesign, Usability
🔄 Erfahrung im agilen Umfeld, Scrum Master
⚙️ Tech-Verständnis

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UX-Analyse von LanguageTool: Deutsch 1+, UX nachsitzen

Deutsch 1+, UX Wackelkandidat. LanguageTool überprüft als Schreibassistent Rechtschreibung, Kommas und Co., das ist ausgesprochen hilfreich. Allerdings ist im Hinblick auf die UX Luft nach oben. Dabei ließe sich das (vermutlich) ohne großen finanziellen Aufwand verbessern.

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